Ein Tag am Waldsee Reken

Waldsee Ausblick

Waldsee Ausblick

Die Wettervorhersage für den Sonntag war mehr als negativ, daher beschloss ich „spontan“ das Angeln auf den Samstag zu verlegen. Geplant war der erste hier dokumentiere Besuch vom Forellenzentrum Naroda in Schermbeck zu fahren zu dem ich eigentlich recht gerne fahre.

Gesagt – Getan!
Der Wagen wurde am Vorabend gepackt und um 5:30 morgens startete ich den Motor in Oberhausen um nach Schermbeck zu navigieren.
Knapp 6:00 Uhr kamen wir an, also noch genug Zeit um vor dem Tor eine Zigarette nebst Kaffee zu genießen.
Die Schlange von Fahrzeugen im Rückspiegel verlängerte sich zunehmend und erst gegen 6:45Uhr wurde das Tor schlussendlich geöffnet.

Kurz den Motor an, Auto parken, kurz im Kofferraum Rutenfutteral und Anglerkoffer gepackt und los!
Kurz bevor ich mit einem Lächeln zu „meinem“  Teich 3 stampfte Ernüchterung!

Naroda Forellensee geschlossen

Na Toll! Das Grinsen verließ mein Gesicht und änderte meine Stimmung schlagartig.

Innere Dialoge mit mir selbst hatten ungefähr folgenden (zensierten) Wortlaut:
Dafür habe ich also hier vorm Tor gestanden…?
Habe ich etwas auf der Homepage überlesen? (Also doch mein Fehler?!)
Gott ich könnte…!!

Bevor die anderen noch Kescher und Co. auf dem Auto holen konnte also Kommando zurück! Naroda ist heute nichts für mich.
(Die kleineren Betonbecken mit der für mich nicht so schönen Aussicht und dem Ausblick mit so vielen an einem kleinen Teich zu sein… nein danke!)
Also ab ins Auto und und die große Frage „WOHIN JETZT?“ beantworten.
Zum Glück gibt es rund um Schermbeck (NRW) recht viele Forellen-Anlagen. Ich dachte zuerst an Stannes (ca. 10 Minuten entfernt und auch recht natürlich), jedoch wollte ich dann schon aus Prinzip woanders hin:
Wir fahren zum Waldsee Reken! Verkündigte ich, fütterte das Navigationssystem mit dem neuen Ziel und ob ich nun 10 oder 20 Minuten fahre… darauf kam es nun auch nicht mehr an.

Was ich vom See gehört hatte war recht positiv und vielleicht finde ich ja mal was Neues.
Und hoffentlich ist er nicht überfüllt!

Waldsee Seeblick

 

Amüsant fand ich beim erkunden der Zieladresse auf der Webseite den Satz:

Wegen den häufigeren Anfragen, ein See hat keine Hausnummer.

Schön – näher am Zielgebiet war auch schon der See ausgeschildert und wenn man den Hinweisen folgte kam man auch ans Ziel. Ein unscheinbares Tor mit der entsprechenden Aufschrift und dem „du fährst hier nicht mit dem Auto rein!“ Schild. Bevor ich nochmal meine Sachen ein und wieder Auspacke gucke ich mir den See aber mal an!
Also raus aus dem Auto und mit der Freundin zum See. Hinweisschilder mit dem ungefähren Wortlaut:

„Besucher halten sich auf dem Rundweg auf und lassen die Angler in Ruhe!“

gaben mir nach diesem Tagesstart ein dezentes Grinsen zurück und als ich den See erblickte ging es mir erst mal wieder gut. Ein schöner relativ großer See, relativ wenig Leute für die Seegröße, Sand vor den Hütten, Schilf hier und da und das angrenzend an einen richtigen Wald – ein Naturschutzgebiet eben – wie auf der Homepage beschrieben! Schön.

Öffnungszeiten gesichtet…
Angelbeginn ab 6:00Uhr! und geht bis 17Uhr. Also hatte ich schon Zeit verschwendet die ich hätte angeln können. 🙁 Naja – das Beste daraus machen!
Also in die Angelhütte und beim Betreiber die Karte lösen. 18€ für den ganzen Tag ist ein Preis der wirklich ok ist. Nach nettem Gespräch und dem Hinweis, dass es heute schwierig werden könnte die Salmoniden ans Band zu bekommen (Wetterwechsel, starke Temperaturschwankungen usw. ) – ab um den See und aufgebaut.

Der nächste Hammer für meinen Gemütszustand – das Gewinde meiner neuen Kescherstange scheint nicht zum Kescherkopf zu passen! Großartig… Murphy scheint mich heute zu verfolgen!
Nochmal zum Auto (Freundin war so nett – danke an der Stelle) und meinen kleinen Kescher den ich immer zum Spinnangeln mitnehmen aus dem Kofferraum geholt.

Aufgebaut und erstmals durch-atmen. Welche Idylle sich präsentierte könnt ihr vielleicht den Bildern entnehmen…

Seerosenfeld

Waldsee Ausblick

 

 

 

 

 

Nun wirklich gepflegte Anlage – kaum „Kippenstummel“ die überall herumliegen, die Hütten sind sehr geräumig und schön mit Ablagebrettern an jeder Seite ausgestattet, selbst ein Aschenbecher fehlt nicht!Aschenbecher in Angelhütte Waldsee-Reken
(Was vielleicht auch der Grund für die zum Glück fehlenden Kippenstummel ist! 😉 )

Aber der anfängliche Verdacht des Betreibers sollte sich stundenlang als leider richtig erweisen:
Es wollte kein Fisch beißen!

Ob Bienenmaden, stationär oder rotierend geschleppt – oder Forellenteig in allen erdenklichen Farben: NICHTS!

Was nicht so schlimm war, schließlich ging es allen am See augenscheinlich gleich…

Wie es ist wenn über Stunden keine Forellen kommen – viele geben auf und packen zusammen: So auch heute.
Das tat der Liebe keinen Abbruch – wir blieben natürlich 😉

Am Ufer konnte man „schwarz“ sehen – und zwar überall! Tausende Kaulquappen waren zu sehen.Kaulquappen Waldsee

Forellen sprangen die ganze Zeit als ob eine Fischtreppe auf dem See zu überwinden wäre – also Fisch war definitiv vorhanden und auch keine kleinen Forellen!
(Wieder einer dieser Augenblicke in denen ich bereue keine Digitale Spiegelreflexkamera zu haben! – Aber die kommt noch!)

Da ich mittlerweile den kompletten Bereich ausgelotet hatte wurde mir schlagartig bewusst WIE flach das alles war! selbst 4m vom Ufer Stellen die gerade mal einen Meter brachten!
Nachdem 2 Montagen von mir mittlerweile in den Bäumen hingen habe ich beschlossen von meiner 4,20m Rute auf meinen kleinen Winkelpicker zu wechseln.

Da ich kein Fetisch für Firmen betreibe hatte ich mir bei Askari einen kleinen Winkelpicker im Angebot geholt – für den Nahbereich oder Bodentaster-Montage hervorragend! Und bei Ruten die ich nicht den ganzen Tag in der Hand halte bin ich da recht einfach gestrickt!
Wie soll ein Fisch auch merken, dass die Rute am Ufer „günstig“ ist? Meiner Meinung nach Quatsch!
Also meine 5,99€ Angebotsrute (ja in Worten fünf Euro neunundneunzig) genommen, einen schwimmenden Sbirolino aufgezogen, Stopper und Pilotkugel dazu – und direkt den Haken auf die Hauptschnur (0,17mm) geknotet. Bienenmaden aufgezogen und raus damit!

Diese Montage ist super am Forellensee und hat mir schon manchen Fisch gebracht!
Warum ich diesmal einen schwimmenden Sbirolino genommen habe statt einer Kugel…
Ich musste weiter raus und hatte diese zuerst in der Hand 😉

Genug abgeschweift:

Um 16 Uhr musste ich mich schon langsam daran gewöhnen den ersten Angelbericht auf der neuen Seite mit einem Schneidertag zu beginnen (Ende schließlich um 17Uhr!) da wurde meine Pilotkugel „unnatürlich bewegt“ – nach einem beherzten Anhieb war klar: Fisch!
Nach ein paar Großforellen-typischen Spurts konnte eine stattliche Lachsforelle mit knapp 50cm wurde mit Hilfe des kleinen Ersatzkeschers gelandet werden.
Der Haken war dermaßen knapp gehakt, dass dich dieser beim betäuben löste – Glück gehabt!
Hier ein Bild der schönen Forelle:

Lachsforelle Waldsee

Lachsforelle Waldsee

Dann war das Ende auch schon fast erreicht – also alles zusammenpacken und verstauen.
Hinweis: Am WaldSee-Reken ist das Ausnehmen der Forellen am See verboten! Ich denke das liegt an der Nähe des Naturschutzgebiets und der vielleicht fehlenden Infrastruktur (Wasseranschlüsse usw.) – aber das ist eher Mutmaßung.
In jeder Hütte hängen die Regeln nochmals aus damit sich keiner rausreden kann:

Fazit für uns:
Eine wirklich schöne, gepflegte Anlage und absolut einen Besuch Wert!
Außer Natur kaum etwas zu hören – außer gelegentlich ein paar „sehr laute Fahrzeuge“ auf der Bundesstraße.
Wir werden sicherlich nochmal vorbeikommen – und dann natürlich hier was darüber schreiben 😉

Ich hoffe die kleine Geschichte hat nicht allzu sehr gelangweilt:
Bis bald,

Björn

Das möchte ich nicht für mich behalten:Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

2 Gedanken zu „Ein Tag am Waldsee Reken

  1. Pingback: Zu Gast am Forellenzentrum Naroda in Schermbeck | Forellensee-Angler.de

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