Posen (oder von manchen „Schwimmer“ genannt)

PosenHier mal ein Beitrag über allgemeine Posen (den ich noch als Entwurf irgendwo gefunden habe…)
Es gibt sicherlich noch mehr „spezielle“ Posen auf die ich hier ABSICHTLICH nicht eingehe! Unterwasserposen (Wels-Angler-Equipment) und Waggler usw. sind recht speziell und das spare ich mir „erst mal“…
(Zumal mein Wissen eher auch dort oberflächlich ist, da ich beides sehr selten eingesetzt habe und am Forellensee wäre das eher „exotisch“. 😉

Im großen und ganzen kann man Posen in 2 Hauptlager unterteilen. Es gibt zum einen die Feststellposen, sprich Posen, die man wirklich auf der Hauptschnur mit kleinen Gummis fixiert und Laufposen. Laufposen sind selbst nicht auf der Hauptschnur fest montiert, sondern „laufen“ wie der Name schon sagt frei auf der Hauptschnur. Damit die Pose überhaupt teilweise untergehen kann und im Wasser steht und nicht einfach darauf treibt muss man vor der Laufpose einen Stopper  für die später gewünschte Tiefe montieren.
Das kann eine Stopperperle sein oder ein so genannter Fadenstopper. Hierbei sollte man darauf achten, dass der Stopper groß genug ist, dass dieser nicht durch die Öffnung der Laufpose passt – sonst bleibt der Stopper beim Absinken der Montage nicht an der Öffnung hängen und das was wir ja haben wollen funktioniert nicht. Andererseits sollte er allerdings ohne großen Widerstand durch unsere Rutenringe laufen können!!

Es gibt verschiedenste Laufposen, bei manchen hat man nur eine Öse am unteren Ende, oder ein komplettes Rohr dass durch die Pose führt, manche lassen sich auch als Laufpose oder als Feststellpose verwenden, je nachdem man diese mit Gummis fixiert oder nicht. Ich persönlich mag am liebsten Feststellposen – jedoch muss ich dazu sagen, dass ich auch mitunter recht lange Ruten (4,20m) nutze und so das Problem aus den folgenden Beispielen sehr selten auf mich zutrifft.

Wozu das Ganze und wo setzt man Laufposen ein?

Die Wahl der Pose ist natürlich eine Frage des Geschmacks des Anglers, jedoch kann man sagen, dass man Laufposen immer dann einsetzen sollte wenn die Tiefe die man erreichen möchte größer ist als die Länge die ich mit der Rute (aufgrund ihrer Länge) auswerfen kann.
Ich versuche das man anhand eines Beispiels zu erklären:
Uwe hat eine sehr tiefe Stelle zu beangeln und möchte in 4 Meter Tiefe seinen Köder anbieten. Nun hat Uwe allerdings nur eine 2,7m lange Rute! Würde er eine Feststell-Pose nutzen könnte er kaum auswerfen, da der Köder beim Ausholen auf dem Boden liegt, sich im Gestrüpp fest-hakt oder sonstiges.

Hier nutzt Uwe nun seine 2,7m Rute und eine Laufpose. Er hat einen Fadenstopper (oder anderen Stopper) auf der Schnur und Uwe kann ohne Probleme auch so auswerfen und vor allem auch später den Fisch problemlos ohne Hilfe landen!

Die verschiedenen Posenformen:

Wäre die Wahl zwischen Lauf- und Feststellpose nicht schon schwer genug (naja ist sie eigentlich nicht) gibt es nun noch ein breites Spektrum verschiedener Posen-Formen.
Manche sind sehr schlank und lang, manche eher bauchig und gedrungen. Selbst die Wasserkugel zählt streng genommen als Pose – diese haben wir allerdings schon bei der Vorstellung der Wasserkugel-Montage abgehandelt.

Da ich das etwas abkürzen möchte und das hier keine langweile Doktorarbeit werden soll: Bei der Posenform solltest du bei Kauf darauf achten, dass der Fisch möglichst wenig widerstand beim „unter Wasser ziehen“ spüren sollte. Dies ist bei den schlanken Posen eh der Fall.

Du solltest die Farbe des Teils der für dich sichtbar bleibt so wählen, dass er für Dich gut sichtbar ist! Bei Nachtanglern oder für diejenigen die auch in den Wintermonaten angeln bietet sich eine Pose mit Halterung für ein Knicklicht an wie hier im Beispiel:

klicklichtpose

Hinweis:
Falls Du beim Kauf der Pose direkt auch Knicklichter dazu erwerben solltest:
Knicklichter gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Größen! Einfach fragen oder nach Kauf direkt ausprobieren ob sie passt bevor man im dunklen flucht und versucht mit Tesa-Film irgendwie doch etwas leuchtendes anbringen zu können…  Alles schon passiert – auch mir! Falls du die Pose schon gekauft hast – einfach ganz oder nur die Antenne mitnehmen – die Knicklichter sollten die identische Größe haben.

 

 Die Tragkraft der Pose

Kompromisse sind hier wichtig – nicht mehr als man braucht sollte hier die Devise sein.
Je feiner man fischt umso besser nach meiner Erfahrung!
Daher reichen mir normalerweise zwischen 3 Gramm bis im Extremfall 6 Gramm Posen wirklich mehr als aus. 6Gramm Posen sind für mich dann eher für richtig große Seen oder schwierige Sichtverhältnisse.
Bei ruhigem See, kaum Wind, leichter Sonnenschein – also perfekten Sichtverhältnissen kann man auch mit kleinen Posenspitzen alles sehen – Schlechtes Wetter, Pose in  30 oder gar 50 Metern Entfernung, Blick gegen die Sonne oder „raue“ Wasseroberfläche sind da schon schlechter! (Zumal meine Augen trotz Brille nicht die Besten sind…)

Je mehr Tragkraft angegeben, umso mehr Gewicht kann man anbringen und damit natürlich auch weiter werfen – daher auch: großer See, größere Tragkraft oder ein Wechsel auf einen Sbirolino!

Mittlerweile kann man der Tragkraft allerdings eine Art Bonus abverlangen:
Die Tragkraft bezieht sich auf Gramm unter Wasser! Wenn man also dem aktuellen Trend folgt und im Physikunterricht aufgepasst hat nutzt man Glas statt Blei (wie hier schon besprochen) und somit entsprechende „Ghosts“.

Nach der Pose: Das Gewicht!

Da es ja nicht nur um Posen geht sondern um die Montagemöglichkeit kommt nach der Pose das Gewicht in der schwere wie ungefähr auf der Pose angegeben. Leider treffen die Angaben erfahrungsgemäß nicht immer zu 100% zu, sowie die Angaben auf den Bleien / Gewichten nicht immer ganz genau der Wahrheit entsprechen: also heran-tasten!

Man klemmt einfach entsprechend Schrotbleie auf die Hautschnur bis man ungefähr die Tiefe erreicht hat damit die lackierte Spitze heraus-guckt. Alternativ (und von mir bevorzugt) den Ghost oder ein Laufblei auf die Hauptschnur ziehen und eine Gummiperle darunter nicht vergessen. Sonst schlägt das Gewicht  immer wieder auf den Knoten darunter und das hat schon zu manchen Verlusten geführt.

Also knoten wir nun einen 3-fach Wirbel an die Hauptschnur. Ich bevorzuge mittlerweile bei der Schleppmontage die Wirbel OHNE Karabiner – die drehen einfach schneller und widerstandsloser.

Wenn man nur Wirbel mit Karabiner bekommt kann man eben diesen mit einer Zange einfach abknipsen

Wenn man nur Wirbel mit Karabiner bekommt kann man eben diesen mit einer Zange einfach abknipsen

Man kann natürlich auch die mit Karabiner nehmen – und falls man solche hat – vielleicht möchtest du mal den Karabiner mit der Zange ab-knipsen und den Vergleich sehen 😉

Du kannst nun dein Vorfach Einschlaufen (Schlaufe in Schlaufe Verbindung), in den Karabiner hängen (falls du einen nutzt) oder anknoten wie ich. Da ich die Vorfächer selten wechsle und generell lieber selbst die Haken anbinde habe ich damit weniger Probleme…

Das war es schon!
Für den Fall, dass Du mit auftreibenden, also schwimmenden Ködern wie Teig oder ähnlich angeln solltest kannst du entweder ein kleines Schrotblei ein paar cm vor dem Toennchen_vor_PowerbaitHaken anklemmen oder wie ich es gerne mache ein dickeres Tönnchenwirbel zusätzlich vor den Haken knoten. Damit dreht sich der Köder noch schneller und vergeudet nicht die Rotationskraft an das Blei.

Wieso schreibt der hier von Rotation und Schleppen – es geht doch um Posen?

Recht hast du – jedoch nutze ich die Posenmontage gerne zum Schleppen. Wahlweise kann ich sie auch ganz normal stehen lassen, jedoch bin ich da sehr flexibel.

Zu rotierenden Ködern und Schleppen der wohl mit erfolgversprechendsten Angelart am Forellensee aber später mehr in einem separaten Artikel oder beim Posenschleppen guck mal hier rein..
😉

Das möchte ich nicht für mich behalten:Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Ein Gedanke zu „Posen (oder von manchen „Schwimmer“ genannt)

  1. Andy

    Hallo,

    klasse geschrieben der Beitrag über Posen bzw Schwimmer 😉 Aber auch die Berichte über Forellenteiche sind angenehm zu lesen. Wünsche weiterhin viel Spass und Erfolg beim Forellenangeln! Petri und Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.