Sänger Forellentasche – Iron Trout Bag I – im Dauertest / Fazit

ForellentascheEhrlich: „Brauch man so etwas überhaupt?!
Selbst ich als bekennender Forellen-„Anlagen“-Besucher habe mich das gefragt und wenn es mir so geht geht es Dir sicher nicht viel anders.

Eine kurze und klare Antwort: JEIN!
Tja… Leider 🙁 wie auch sonst ist es auch hier nicht ganz trivial eine eindeutige Antwort zu finden…

Also etwas weiter „ausgeholt“ und ich versuche zu erklären warum eine einfache Tasche keine einfache Antwort zulässt (überspringe diesen teil einfach und scrolle runter zu den Fakten wenn Du vielleicht keine Lust auf meine „Ausführungen“ hast:

Erstmal gehöre auch ich zu den verfluchten Figuren im Angelbereich, die an keinem wirklichen Schnäppchen vorbeikommt oder um es an einem einfachen Beispiel zu erklären: Was für Kinder Schokolade an der Supermarktkasse ist ist für mich das typische Glas Forellenteig im Angebot….

Hmm… Günstig! Und das wird ja auch nicht schlecht…
Für den Preis kann man die Farbe oder den Flavour (neudeutsch für Geschmacksrichtung) auch mal ausprobieren….

Na toll – also hat man gerade weil das Zeug auch nicht vergammelt locker 20 Gläser „auf Halde“ und weiss bei jedem Trip ja auch nicht ob man nicht doch Knofi in Regenbogen, schwarzen und weissen oder doch mal die Schalke-Mischung braucht…
Am Ende nimmt man einfach alle mit – nur um vorzubeugen wenn man am See den Nachbarn plötzlich mit „SpingGreen“ massig Fische fangen sieht

VERDAMMTE SCHEISSE!!

(ich meine natürlich) „Welch Unglück!“ – das Zeug hab ich doch auch zu Hause und komme nie dazu es zu benutzen… fährt einem (jedenfalls mir) dann durch den Kopf. Also schleppe ich generell alle Dosen von denen man normalerweise eh nur den typischen „Vertraut“ mit zum See.

Also merke schon einmal vorab:
Du musst schon einen dezenten „Fetisch“ zu Forellenteig haben… Oder einen nennen wir es „sympathischen Schatten“ 🙂 Das liest sich dezent freundlicher.

Dazu kommt noch eine dezente Schusseligkeit was klassische Angelkisten angeht. Kaum geöffnet kann ich mir schon vor dem inneren Auge vorstellen wie ich irgendwie die Kiste Streife, (typischerweise beim Umdrehen oder so) und dann die nächsten 20 Minuten „fröhlich mit einem Lächeln“ kleinste Teile wie einzelne Tönnchenwirbel und Bleie aus dem Matsch (welch glücklicher Zufall, dass es grade geregnet hat) oder dem hohen Gras (zwischen dem man wirklich nichts findet) verbringe…
Das ist mir SO oft passiert…. kaum zu glauben, dass ich noch zum Angeln komme.
Alternativ an Tagen an denen das nicht der Fall ist kann die Buckelpiste von Straße zum Forellensee meine alte Angelbox so schütteln, dass die Teile auch so aus den am Vorabend sorgfältig gefüllten Fächern fliegen und unten in der großen Sammelkuhle zu suchen sind…
Ein Blick in so eine Kiste beim Start am See und die Laune ist schon auf 180…

Also falls Du ähnliches erlebt haben solltest (was ich nicht hoffe) dann hat die Forellentasche einen riesigen Vorteil: vernünftig verschließbare Boxen!

Letztes Jahr vor dem gemeinsamen Angeltrip meinte meine „bessere Hälfte“ als sie mich vor der Tasche im Laden mit mir selbst kämpfen sah:

„Pack Sie endlich ein… irgendwann kaufst Du sie eh und dann sind Deine ganzen Gläser endlich an einem Ort…“

(P.S.: Danke Schatz an dieser Stelle – Du  kennst mich ZU gut!)

Jetzt bin ich aber schon fast da wo andere schon hin-gescrollt haben:

Die Fakten:

Ich habe nur diese eine Tasche, daher nehme ich Sie mal exemplarisch vor und beschreibe mal die Pro’s und Contra’s:

Die positiven Merkmale:

  • Schönes Design! Die Farben sind nicht zu aufdringlich und der Stoff ist wirklich qualitativ hochwertig (soweit ich das bis jetzt beurteilen kann) , sowie gut witterungsbeständig!Tragegriff
  • Der Trageriemen sind gut gepolstert und lassen sich wie bei Sporttaschen mit Klett umschliessen! Angenehm auch in der Hand zu tragen.
  • Mit 38x24x24 cm sehr kompakt! Für mich genau richtig – nicht zu groß, nicht zu klein!
  • Die Reißverschlüsse sind alle mit schönen großen und gummierten „Anfassern“ ausgestattet (welche auch das Hersteller Forellenprogramm Logo „Iron Trout“ zeigen). Und das überall – auch Innen! Also Forellentasche_Reissverschlussnicht reines Marketing.
    Mit den Reißverschlüssen hatte ich bis jetzt keinerlei Probleme – also eine mögliche Schwachstelle im Konstrukt mit Qualität bekämpft! Sehr gut!
  • Viele kleine Taschen in denen ich im Deckel z.B. kleine Vorfachspulen oder
    sonstigen Kleinkram unterbringe.
    Diese Taschen sind oben zusätzlich mit Klett verschließbar, so dass auch wenn man den Deckel umklappt nichts raus rutscht!Forellentasche_Deckeltaschen
    Herrlich wenn Hersteller mitdenken!!!
    Danke Sänger an dieser Stelle! (auch wenn das wahrscheinlich nie jemand von Sänger lesen wird…) 
  • Endlich ein Fach für 4×6 (sprich 24) Forellenteig-Gläser in der Berkley „Standardgröße“! Ich habe zwar noch mehr im Schrank – aber das reicht selbst für mich um mein Gewissen zu beruhigen…
    Forellentasche
  • 3 Boxen, die wirklich auch nach nun X Monaten „Belastungstest“ keine Schwächen aufweisen. In einer habe ich einige recht schwere Grundbleie (60g pro Stück) für Störangeln mit schwerem Geschirr – auch hier nichts verformt sich und  der Schließmechanismus „zickt“ auch nicht – alles wie gewünscht. Die Boxen sind transparent und man kann  von Ober- wie Unterseite sein Zubehör suchen. Die „Abschürfungen“, die ich von sehr günstigen Boxen kenne, die das Plastik auch stumpf machen und schlecht zum durchblicken zeigen diese gar nicht.
    Schöne Teile!Forellentasche-Box
    35x22x5 cm messen die Boxen, man kann also einiges unterbringen!
    Die langen horizontalen Kanäle lassen sich durch die herausziehbaren Plasikchips einfach dem Wunsch nach unterteilen.
  • Der Tragegurt ist wirklich außerordentlich gut gepolstert!
    Ich glaube nicht einmal mein Stuhl hat so eine dicke Polsterung 🙂
    Sehr angenehm wenn man auch mal länger zum Platz läuft.
  • Die Unterseite hat entsprechende „Füße“ um ein verrutschen zu vermeiden und
    etwas Abstand zwischen Tasche und Untergrund zu bringen – trotzdem zerkratzt die Unterseite nicht den Lack meines Autos wenn ich die Tasche dort mal vorsichtig ablege.
  • Die Netztasche mit Reißverschluss auf der Rückseite ist Klasse!
    Forellentasche_Rueckseite
    Jedenfalls für mich. Das was ich mit als erstes auspacke und bereit lege (neben dem Kescher) ist – Hakenlöser, Messer, Maßband, Schläger usw. .
    Da das manchmal wenn man wieder einpackt noch etwas feucht ist finde ich die Idee mit dem Netz super! Hier ist alles sicher verstaut (durch die Öffnungen fällt bei der Größe jetzt nichts raus) aber kann einfach trocknen und die Feuchtigkeit wird nicht eingeschlossen.
    Erstaunlich mit welchen Kleinigkeiten man mir eine Freude machen kann 😉 
  • Das „Raster“ für die Forellenteig-Gläser ist mit Klett an den Seiten befestigt und kann komplett herausgenommen werden. Forellentasche_ohne_inlay
    Ähnlich wie man es z.B. von Fototaschen kennt.

Was mich stört oder verbessert werden könnte:

  • So genial der Tragegurt ist: Er ist nicht gummiert oder ähnliches.
    D.h.: Er ist klasse gepolstert, aber wenn man noch die Hände voll hat rutscht mir die Tasche alle paar Schritte von der Schulter. Fixiert man den Tragegurt mit der Hand ist natürlich alles gut. Das ist allerdings wirklich zu verschmerzen. Dank der großzügigen Tasche hat man ja wirklich meist eine Hand frei.
  • Das Fach für die Forellenteig-Gläser ist leider wenig variabel: komplett rein oder komplett raus. Hätte man hier  von vorne herein  an eine individuelle Unterteilung gedacht worden wäre die Tasche nicht nur oder hauptsächlich etwas für Forellen-Angler.Forellentasche-offen
    Des Weiteren wäre es super wenn man die Gläser auf den Kopf einpacken könnte um direkt die Farben zu sehen statt die Schilder lesen zu müssen. Wenn man das macht bleibt der etwas breitere Deckel immer unten am „Raster“ hängen…
    (Evtl. experimentiere ich mal mit einem zusätzlichen Inlay oder Rohrstücken.
    Ich bastle was – mal sehen – ich werde berichten!)
  • Wenn man Boxen entnimmt fällt die Tasche mehr oder minder stark in sich zusammen!
    Forellentasche-ohne_boxen
    Alle Teile sind zwar gut gepolstert und es ist nicht wie eine Plastiktüte aber wie man auf dem Bild sieht… für mich ärgerlich. Es sieht zwar besser aus wenn man nur eien einzelne Box rausnimmt – aber ich suche meist in allen dreien 🙁
    Das ist für mich dermaßen ärgerlich! Ggf. gucke ich mal ob ich die Tasche mit Epoxidharz verstärke oder mit Glasfaser auskleide damit die Boxen noch passen usw. – irgendwas geht da!
  • Was gewöhnungsbedürftig ist: Das System der Tasche ist relativ strikt. Man hat relativ wenig Platz für typische Schrotblei-Sortimente oder Schnurspulen falls man eine „Notspule“ mitführt. Eigentlich bleiben hierfür nur die frei nutzbaren Fächer (das Große auf der Innenseite des Seitendeckels zu den Boxen) oder die kleinen im Deckel. Aber wenn man sich damit arrangiert ist alles wirklich abdeckbar.
    Wie man sieht passt eine kleines Schrotblei-Sortiment schräg in die Box.
    Evtl. gibt es noch freier zu gestaltende Boxen (nicht nur in der Länge unterteilbar) von Plano oder so in der passenden Größe – ich werde mich mal kundig machen.

Dann gibt es da noch den Preis…. Die unverbindliche Empfehlung liegt laut aktuellen Katalog bei 73,95€.
Das ist zumindest für mich nicht wenig Geld.
Die „Realität“ sieht allerdings so aus, dass man die Tasche zumindest bei meinem lokalen Händler für irgendwas rund um die 45€ bekommt wenn ich mich recht entsinne und in der „Bucht“ (Ebay) auch für unter 50€.
Wenn ich im Vergleich sehe, dass normale Angelboxen wie sie jeder kennt auch  20€ kosten ist meine Empfehlung definitiv bei Neuanschaffung lieber so eine Tasche zu holen! Da hat man meiner persönlichen Meinung nach mehr für das Geld, das System ist in vielerlei Hinsicht durchdacht und wenn man die Forellenteig-Gläser nicht nutzen möchte auch für andere Angelarten geeignet!
Ich würde mir wirklich wünschen Vergleiche zu anderen Taschen ziehen (Berkley, DAM,…) zu können – aber ich brauche nun mal nur eine und bei den Kostenpreis hol ich mir keine mal „einfach zum Testen“.
Ich hoffe ich konnte Dir die Tasche Nahe bringen und erklären was es zu erklären gibt – selbst wenn nun die Entscheidung gegen die Taschenanschaffung fällt: Hauptsache ich konnte Dir helfen – egal in welche Richtung 😉

So mal wieder etwas mehr geschrieben als zuerst veranschlagt 🙁
Fragen die ich vergessen habe und Feedback erwünscht!

Björn

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4 Gedanken zu „Sänger Forellentasche – Iron Trout Bag I – im Dauertest / Fazit

  1. Simon

    moin björn…

    ich habe mir aus den gleichen gründen wie du,letztes jahr die DAM PTS Forellentasche geholt.
    die hat deiner tasche gegenüber den vorteil,das selbst wenn alle boxen rausgenommen worden sind,die grade stehen bleibt.die technologie nennt sich
    „space frame“.
    ist ne tolle tasche mit 6 boxen…und einer menge taschen außen und innen.
    http://www.ebay.de/itm/DAM-Profi-Forellentasche-Compact-PTS-TOP-komplett-/360868308290?pt=DE_Sport_Camping_Outdoor_Rucks%C3%A4cke&hash=item54056d6542
    ok…ich gebe zu…irgendwie ist sie zu klein geworden. :-))
    wat man aber auch alles mitschleppt…irre.

    lieben gruß von

    simon aus hamburch

    ps.: sollte der link zu ebay nicht erwünscht sein…bitte kurzerhand löschen.

  2. Björn Artikelautor

    Hallo Simon,
    Danke für den Kommentar!
    Space Frame ist wohl auch eher ein Marketingname für Rahmenkonstruktion 😉
    Wichtig ist, dass Du mit der Anschaffung zufrieden bist. Ich habe auch vorher die Berkley und die DAM online gesehen, jedoch möchte ich bei solchen Anschaffungen vor der Kaufentscheidung die Teile in die Hand nehmen, zumal auch der Preis bei der Sänger sehr attraktiv war und ist 🙂
    Ich lass den Link mal drin – ist ja nicht deine Versteigerung und ich habe kurz keine Bilder von der Tasche gefunden die ich hier verwenden dürfte…

    Gruß Björn

  3. Lennart

    Hi Björn,

    eine super Rezension, weiter so!!

    Eine weitere Empfehlung von mir, ebenfalls von DAM:

    http://www.ebay.de/itm/DAM-Put-Take-Buddy-Angeltasche-Angelkoffer-Forellentasche-inkl-Tisch-u-v-m-/171194072904?pt=DE_Sport_Camping_Outdoor_Rucksäcke&hash=item27dbf63f48

    Diese Tasche hat einen etwas anderen Ansatz als die obigen, es gibt nämlich nicht „nur“ Kleinteileboxen, sondern die ganze Tasche ist für den Einsatz am Forellenteich designed. Absolut genial ist das aufstellen der Tasche mit dem integrierten „Tisch“, sowie die vielen durchdachten Details wie die variablen Innentaschen. Auch größere Teile lassen sich so durch weglassen einer Tasche problemlos verstauen.

    Dafür kommen jedoch die Forellenteigfetischisten mir nur 6 vorgesehenen Plätzen nicht ganz auf ihre Kosten! 😉

    Leider sind die im Internet zu findenden Bilder der „Put&Take Buddy“ Tasche nicht vollständig und zeigen nicht das volle Potential, z.B. das versteckte Kleinteilemagazin für Wirbel&Co.

    Ich glaube wir benötigen einen „zeig deine Forellentasche“ Thread im Anglerboard! 😉

    Gruß, Lennart

  4. Björn Artikelautor

    Danke für den Kommentar Lennart,

    es gibt wirklich verschiedene Ansätze zur „perfekten“ Tasche 🙂
    Den eingebauten „Karpfentisch“ (da man diese kleinen Tische meistens von den Karpfenanglern kennt könnte man auch gut einzeln kaufen und „irgendwie“ montieren 😉
    Da ich selten meinen Angelstuhl usw. mitnehme, da es meistens Bänke gibt nehme ich manchmal dann den kleinen Tisch mit um ihm neben den Stuhl auf angenehmer Höhe zu haben.
    Die Tische kosten wirklich unanständig viel für ein Blech mit 4 Beinen zum einklappen wenn man dann mal guckt.
    Hierbei ist mehr darauf zu achten, ob man die Beinlängen auch wie beim Angelstuhl variieren kann um Unebenheiten auszugleichen.
    Bei den Bildern deines Links erkenne ich nicht ob das der Fall ist.

    Zum Thema Kleinteilemagazin habe ich mir hiermit geholfen:
    http://www.forellensee-angler.de/tippstricks/dosen-fuer-kleinteile-superguenstig/
    Die sind in meiner Box und halten die kleinen Wirbel und Haken in den entsprechenden Fächern 🙂

    Zeig Deine Forellentasche bringt sicherlich wieder ein „wenn Scheisse auf den Ventilator trifft“ (when shit hits the fan) Feedback.
    Diverse „Angler“ verspotten gradezu Forellenangler und die, die Forellenangler sind spalten sich mehr und mehr in den Tremarella und „Rest“-Bereich. Leider…

    Aber: Alles wird gut 😉

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