Welche Rute zum Angeln auf Forellen?

Es gibt wie ich schon oft geschrieben habe viele Dinge die man bis zur Wissenschaft auseinander-klamüsern kann.
Anstatt jetzt einfach zu sagen: Guck mal die habe ich und die kannst du kaufen! Versuche ich erst mal auf die Hintergrundinformationen zu Ruten einzugehen.

In den letzten Jahren hat sich viel getan und wer mal eine mehrjährige Pause vom Angeln hinter sich hat und dann mal eine „aktuelle“ Rute in die Hand nimmt guckt dann doch oft sehr erstaunt.

Steckrute oder Teleskoprute?

Tja, da sind wir schon wieder – wo sich die Geister streiten können…
Alles hat seine vor und Nachteile und ich möchte das Thema eigentlich gar nicht vertiefen. Es könnte ausufern in Stecktuten mit Überschub oder gezapfter Verbindung usw usw…
Ich besitze mittlerweile auch Teleskopruten (zum Forellenangeln) und bin wirklich zufrieden mit den Gerätschaften.
Man kann Sie sehr komfortabel transportieren und der Aufbau ist in nichtmal einer Minute erledigt. (Bremse auf und die Elemente von Spitze zu Handteil nach und nach herausziehen und mit leichter Drehbewegung in die Endposition bringen.

Ich habe sonst eigentlich nur Steckruten – Teleskopruten haben oder hatten oft einen schlechten Ruf was bei entsprechender Qualität völlig falsch ist, zumal Teleskopruten auch vom Preis oft attraktiv sind.
Also ich denke man kann sich gerade für einen Forellensee ruhig auch bei den Tele-Ruten umsehen…. Sucht euch aus was euch gefällt und testet. Wie man eine gute Rute im Laden findet und auf was man achten sollte steht weiter unten.

Das Gewicht

In erster Linie ist es nämlich das Gewicht, dass mit dem Fortschritt immer weiter nach unten verbessert wurde. Meine Berkley Trout Sensor wiegt bei 3,90m Länge gerade mal 160 Gramm!!! (In Worten einhundert-sechzig!) nud das ist eine der stabilen Ruten zB für das Sbirolino-Angeln! Es geht noch weitaus leichter ich weiß – aber das war nur ein Beispiel.
Das wäre vor Jahren unvorstellbar oder zumindest für Otto-Normalverbraucher unbezahlbar gewesen! Gerade das Gewicht ist eine der Haupteigenschaften einer Rute. Wenn man ausschließlich Posen auswirft und die Rute liegen lässt oder „passiv“ auf Grund angelt kann man sicherlich diese Eigenschaft vernachlässigen, jedoch wenn man schleppt und die Rute sehr lange halten muss merkt man in Schulter/Rücken usw. die dauernde Last von Rute und Rolle den Unterschied.
Eine leichte Spinnrute macht zB bei mir den Unterschied zwischen 8 Stunden am Fluss mit Spaß Spinnfischen oder nach 3 Stunden auf dem Heimweg die Voltarensalbe zu holen.

Das (oft missverstandene) Wurfgewicht

Die oft (und ab hier auch) mit WG abgekürzte Information auf der Rute ist das Wurfgewicht. Ohne als Besserwisser zählen zu wollen möchte ich behaupten, dass das WG wohl eine der komplett falsch interpretierten Angaben überhaupt zählt.
Der Hersteller der Rute sagt damit nur aus in welchem Bereich oder mit welchem Gewicht die Rute am besten arbeitet. Arbeiten bedeutet in dem Fall den Katapult-Effekt beim Beschleunigen der Montage. Genau das ist auch das entsprechende WG!!

Einfacher gesagt:
Wenn da ein WG von 5-10Gramm auf einer Rute stehen bedeutet das nicht, dass ich da nun eine dicke Pose von 6 Gramm Tragkraft und das entsprechende Blei oder noch schwerere Glas (siehe Artikel) anhänge plus Wirbel, Köder usw. sind das ganz locker schon 10 Gramm.

Das wäre bei einem WG von 5-10 Gramm schon viel zu viel!!!
Erfahrungsgemäß muss man eigentlich testen wie sich die Rute am besten verhält, als Faustformel für mich gilt WG minus 20% ist ein guter Richtwert..

WG ist nämlich das Gewicht dass die Montage durch die Trägheit als maximales Gewicht im Augenblick des Auswurfs hat und das ist weitaus schwerer.
Natürlich lässt sich die Montage damit noch auswerfen, jedoch ist die Rute in dem Augenblick außerhalb der Möglichkeiten die maximale Beschleunigung zu erreichen.

Karpfenangler können ein Lied davon singen, da diese mit allen möglichen Dingen kalkulieren um auf z.B. 120 Meter!!! Entfernungen angeln zu können!
Solche Bedingungen haben wir natürlicherweise seltenst an Forellenseen (außer vielleicht in Dänemark) aber das hier soll ja auch auf die allgemeinen Informationen zu Ruten hilfreich sein und nicht NUR für unseren See.

In persönlicher Sache: Es gibt wirklich Babybadewannen als Forellen – „Anlage“ die kein Auswerfen notwendig machen und man mit einem Lineal stippen könnte – auf sowas gehe ich hier nicht ein!!!
Und bevor ich bei dem Thema einen Blutrausch bekomme wieder zurück zum Thema…

 

Also besser eine Rute mit etwas höherem WG wählen wenn man sich nicht sicher ist.

Des weiteren habe ich Ruten gesehen die ganz toll sind und ein WG von 0 Gramm angeben. In Buchstaben Null.
Das ist meiner Meinung nach Unsinn und solange mir kein anderer das Gegenteil beweist bleibe ich auch dabei.
0Gramm ist nichts und nichts kann man nicht werfen – BASTA! Wir sind hier nicht beim Fliegenfischen bei dem man mit dem Gewicht der Schnur auswirft.

Die Länge:

Welche Länge der Rute sollte man nehmen?

Die zu Dir und deiner Angelmethode passt würde ich sagen. Schließlich musst du mit ihr klarkommen und kein anderer ;).

Muss ich eine Forellenrute kaufen?

Quark! Manche Hersteller sind so freundlich eine Rute durch Ihre Eigenschaften entsprechenden Zielfischen zuzuordnen – das bedeutet nicht, dass man nicht mit einer Rute ohne Zielfischnamen oder Aufkleber gut auf Forellen angeln kann.

Es gibt so viele verschiedene Arten von Rutentypen – welche eignen sich gut zum Forellenangeln?

Nun ich bin ein Fan von Feeder-Ruten. Das sind Ruten die mit verschieden starken Spitzen geliefert werden (light, medium, heavy) und je nachdem ob ich auch mal am Fluss sitze oder weit raus muss kann man diese Ruten super universell nutzen. Man hat eigentlich eine 3in1 Rute 😉
Mit der leichten Spitze kann man auch außerordentlich gut Sbirolino-Angeln, da eine Sbiro Rute nichts anderes ist als eine Rute mit einer empfindlicheren Spitze. Oder man nutzt sie als Winkelpicker auf Grund…
Ansonsten nehme ich persönlich gerne Matchruten oder Sbirolino- / Tremarellaruten (die etwas schwereren). Sie sind mehr als nur geeignet am Forellensee zu angeln. Wobei die Tremarella natürlich nicht so universell ist wie eine Feeder-Rute.
Winkelpicker sind auch sehr nette Ruten, gerade für die Grundangelei im Winter.

Allgemein kann man fast jede Rute am Forellensee nutzen – macht euch da keinen Kopf!
Mein Winkelpicker hat bei Askari 5,99€ gekostet und reicht auch um eine 55cm Lachsforelle zu laden – also daran liegt es nicht ausschließlich 🙂

Man kann auch ganz normales Grundruten nehmen und glücklich werden. Lediglich wenn man wirklich die Rute aktiv nutzt und den ganzen Tag in der Hand hält rate ich dringend dazu auf die Komponente Gewicht und Qualität zu achten!

Qualität heißt nicht immer teuer!

 

Warum sind viele Ruten so lang beim Forellenangeln?

Das wiederum liegt wohl an den „angesagten“ Methoden. Man schleppt mitunter Montagen die 3-4 Meter lang sein können. Um da noch auswerfen oder den Fisch vernünftig landen zu können benötigt man natürlich auch eine entsprechend lange Rute. Der Köder soll ja vor dem Auswurf nicht auf dem Boden liegen und von dort aus beschleunigt werden. Obwohl ich es schon von dem ein oder anderen als „Ihre Methode“ gehört habe *kopfschüttel*!
Wenn man so lange Montagen mit Sbirolino oder Schlepp-Pose fischt hat man zwangsläufig 4m bis zum Fisch falls man ihn landen will. Da man die Schnur beim Drill immer auf Spannung halten sollen  ist das mit einer 2m Rute schwer zu handhaben und nicht im Sinne des Fischs wenn man dann anfängt auf Bänke zu steigen oder sonstwie Akrobatische Künststücke vorzeigt.

Welche Vor und Nachteile hat man bei den verschiedenen Rutenlängen?

Ob man mit einer  4,20m Rute nun weiter auswerfen kann als mit einer kurzen sei mal dahingestellt. Der wirklich einzige extreme Nachteil der längeren üblichen Ruten von 3,90m oder 4,20m wie ich sie fische sind in der Umgebung zu suchen.
Wenn der Angelplatz umringt von Bäumen ist und schon einiges an Erfahrung mitbringen muss um auszuwerfen sind solche sperrigen Ruten äußerst hinderlich!

Der große Vorteil der langen Ruten ist wie vorher erwähnt die einfache Möglichkeit lange Montagen mühelos handhaben zu können. Am Ende sollte jeder wirklich selbst entscheiden wie er mit welcher Länge klarkommt!

 Die Aktion der Rute (englisch FLEX genannt)

Unter Aktion versteht man einfach die Art und Weise wie sich die Rute unter Last krümmt oder wie – oder wo zuerst… Wie man es auch ausdrücken mag. Dazu kommt dann auch noch die Art „Geschwindigkeit“ in der die Rute versucht wieder den geraden zustand zu bekommen. Ich weiß das ist alles andere als „einfach“ zu erklären und auch zu verstehen aber ich versuch es nun trotzdem.
Wir sind viel Marktgetrieben – hinzu kommt, dass aus verschiedenen Angelbereichen andere Begriffe kommen und es keine Art „Normierung“ gibt…
Es gibt Ruten die sind steif wie ein Besenstiel und „Wabbelstöcker“ die sich schon beim bloßen Anblick bis ins Handteil krümmen. Grafik der Aktionen folgt noch.
Man unterscheidet generell für Ruten folgende Haupt-Aktionstypen die ich mal anhand der Bewegung von der Spitze bis zum Handteil durchgehe:

  • Extreme Spitzenaktion / Fast Taper (FT)
    Hat eine wie der deutsche Name schon sagt eine extreme Spitzenaktion, unter Belastung arbeitet sie hauptsächlich mit der Spitze. Man hat hier eine sehr schnelle Reaktionsmöglichkeit und da wird sie auch entsprechend Anwendung finden.Sbiro- , Match- und Feeder-Ruten z.B. sind sehr oft genau mit dieser Aktion ausgestattet.
  • Spitzenaktion
    Die Spitzenaktion arbeitet knapp bis zum ersten drittel der Rute und hat hervorragende Wurfeingenschaften / Reaktionsvermögen. Gut für Spinnruten z.B.!
  • Progressive Aktion
    Als progressive Aktion bezeichnet man eine Aktion zwischen Spitzen und Mittel-Aktion und mit wohl eine der gebräuchlichsten Ruten und sehr universell einsetzbar.
  • Semiparabolische Aktion / Compound Progressive Taper (CPT)
    Diese Aktionsart arbeitet hauptsächlich im oberen Drittel der Rute und
  • Mittlere Aktion
    Der Komplett-Allrounder. Man kann diese Aktion für so ziemlich jeder Fischart nutzen und die meisten Ruten sind wohl auch mit einer mittleren Aktion ausgestattet. Ein kompletter Kompromiss zwischen Wurf-, Drilleigenschaften und Reaktionsvermögen.
  • Compound Taper (CT)
    Wie durchgehende Aktion jedoch „einen Tick“ steifer.
  • Durchgehende Aktion
    Ich nenne die Wabbelstöcker wenn sie auch noch von der Geschwindigkeit langsam sind. Man könnte theoretisch einen Flitzebogen aus der Rute machen… Biegt sich bis ins Handteil komplett durch.

 

 Wie kann man eine Aktion im Laden testen?

Eigentlich ganz einfach: Man holt sich den Verkäufer und fragt ihn ob er den Spitzenring mal festhalten könnte, da man die Aktion sehen / spüren möchte. Wenn ihr euch nun einem Menschen gegenüber seht der euch anguckt als wenn ihr gerade mit einem UFO gelandet seit wisst ihr schon mal eins: Er ist weder Angler, noch erfahren und ihr solltet ein anderes Geschäft suchen oder fragen ob jemand von „der Abteilung“ da ist – was spaßig ist, da es natürlich in Angelgeschäften hauptsächlich eine gibt ^^
Zur Not:
Beine in die Hand auf die Aussagen dieser Person kann man eh nichts mehr geben. Angelgeschäfte gibt es viele und oft sind gerade die kleineren wirkliche Schätze! (Vor allem an Beratung und Service – die wollen nämlich dass man wiederkommt!)

Die Aktion kann sich durch spätere Kraftübertragung der Schur an den Punkten natürlich noch ändern, das gibt uns allerdings einen guten Anhaltspunkt.
Bitte bei solchen zerbrechlichen Dingen nicht anschlagen wie beim Hechtbiss!!!
Ganz sanft den Druck erhöhen und „fühlen“. Nicht bis Sie bricht!!!
Ich habe Welsruten in die ich mich mit beiden Armen und nach hinten gestemmt rein-legen kann ohne dass etwas passiert – aber damit geht man weniger auf Forellen 😉

Die Ringe

Worauf nun auch noch bei den Ringen achten???
Es sollten vernünftige sein. Die Schnur „reibt“ ja immer an den Ringen entlang. Sind diese nicht schön glatt und unbeschädigt kann Schnur beschädigt werden oder Kraft verloren gehen. Damals gab es Ringe mit Porzellaneinlagen – heute sollte man zumindest auf SIC (Silicium Carbide) achten. Meist sind die eh von FUJI und ein Zeichen von Qualität.
Vor allem sind diese leicht!
Nun das waren nun die Einlagen (die runden Dinger an den Ringstegen) dazu kommen nun noch die Teile die die Einlagen an der Rute befestigen 😉
Auch hier gibt es Unterschiede wie immer:
Mit nur einem Steg oder „mehrstegig“ d.h. eigentlich nur ob der Ring an beiden Seiten (oberhalb und unterhalb) oder nur unterhalb eine Befestigung an der Rute hat. Man sagt auch am BLANK dazu (englisch ausgesprochen: blänk)

Ja ich weiß ich nerve langsam aber beim Rutenbau zb gibt es hochgradige Formeln dazu:
Wie viele Ringe brauche ich eigentlich? Wie groß sollten sie sein?
Naja die Anzahl hat der Hersteller zumindest schon mal netter-weise abgenommen. Da die Größe beim Kauf ja auch schon „fix“ ist spielt eigentlich nur noch eine „Kleinigkeit“ eine Rolle:
Nämlich die Rolle 🙂
Was die mit den Ringen zu tun hat? Naja in erster Linie hat man entweder eine Rolle schon oder kauft sich eine dazu. Unbedingt achten, dass der erste Ring an der Rute durch den die Schnur geht (auch Bockring genannt) auch zur Rolle passt!
Wenn man sehr filigrane Ruten nimmt mit z.B. einer Matchrute die sehr viele kleine Ringe hat und auch der Bockring nicht den riesigen Durchmesser bringt und dort eine Rolle mit einem überdimensionierten Spulendurchmesser montiert bringt das Probleme!
Die Schnur kann theoretisch immer an die Rute kommen (als ob man Seilspringen spielt)
oder die Wicklung ist „suboptimal“ oder beim Auswerfen kommt man nie auf die Weiten weil die Schnur erst mal durch die zu enge Öffnung muss.

Hat man schon eine Rolle und sucht die passende Rute: MITNEHMEN!! Alleine des Gewichts wegen usw. ist das wichtig.

Rollenhalter und Griffe

Die Rolle muss ja irgendwie an die Rute 😉 Es gibt recht viele verschiedene Systeme, meistens zum drehen. Bei den sehr leichten Ruten werden sehr minimalistische Schieberollenhalter genutzt – ohne zusätzliche Griffe. Das ist bei den leichten Ruten z.B. auch denen der Tremarella/Sbiro-Angelei ohne Probleme möglich.

Hier kommen dann noch ein paar Bilder entsprechender Halter.

Griffe sind Geschmackssache – manche mögen Duplon, manche Kork.
Aus der Erfahrung muss ich sagen: Kork ist klasse! Nicht vom Aussehen, sondern von der Pflege…
Wenn man mal mit erdigen Händen die Rute anfasst oder diese einfach nach langer Benutzung mit einer Nagelbürste und Spülmittel in der Badewanne schrubben und der Griff wird wieder wie neu – das geht natürlich auch mit Moosgummi/Duplon.

Kleiner Hinweis:
Falls du Dir eine Rute mit Kork zulegst: Da ist meist ja eine Folie über den Griffen – und manche Angler neigen dazu die drauf-zulassen um sauber zu bleiben.
LASS DAS BITTE!
Ein bisschen Feuchtigkeit unter der Folie und der Griff schimmelt / gammelt euch weg!
Falls mal ein Stück Kork abbricht oder sonst wie beschädigt ist kann man diesen auch sehr einfach mit Korkspachtel reparieren.

Auf der Rute die ich kaufen möchte oder besitze stehen keine Grammzahlen sondern nur LBS – Was bedeutet das?

Keine Angst die Rute ist kein Werbegeschenk eines Bausparanbieters… Ich versuch’s mal zu erklären…

Eigentlich weniger bei Forellenruten der Fall aber ich möchte es trotzdem erklären:
Meist bei den Karpfenruten werden LBS angegeben statt einfach das Wurfgewicht, da es mehr ist als nur das reine Wurfgewicht. Die LBS oder manchmal auch LB Zahl kommt aus dem Wert den der Hersteller die von einer „Testkurvenmessung“ stammt. Diese Testkurven werden aus dem englischen Pfund gemessen (englisches Pfund oder pound wird auch LB oder LBS abgekürzt).
Bei einer Testkurve wird gemessen welche Kraft auf den Fisch wirken würde wenn die Spitze zum Handteil im 90° Winkel gebogen wird. Damit gibt es dann auch Rückschluss wie „steiff“ eine Rute ist, da eine Rute dick wie ein Besenstiel mehr Kraft benötigt um ihn in diese Position zu bringen als eine „schwabbelrute“ die alles andere als steif ist.
Man kann also sagen je mehr LBS auf der Rute sind umso steiffer ist sie und man kann wenn man beim Werfen die entsprechende Kraft aufbringen kann um sie sozusagen „aufzuladen“  extreme Weiten erreichen.
Aus dem LBS oder LB Wert lässt sich auch ein Rückschluss auf das Wurfgewicht schlussfolgern. Dazu gibt es bei Rutenbauern eine Formel.
Es hat sich eine Konstante 15 aus Erfahrungen guter Rutenbauern etabliert.

Erstmal das englische Pfund in Gramm umrechnen:
1LBS = 454 Gramm

Wenn wir eine Rute mit 2 LBS hätten würde man folgendermaßen rechnen:
908 Gramm : 15 = 60Gramm (gerundet)

Somit hätte eine 2LBS Rute ca. ein Wurfgewicht von 60 Gramm. Wenn man nun ca 20% runter geht hätte man das optimale Wurfgewicht. (Siehe WG ist nicht das Gewicht mit dem man werfen sollte weiter oben)
Das wäre in dem Fall ungefähr 50Gramm. Damit müsste man recht gut an dieser Rute arbeiten können, bzw. diese Rute müsste sehr gut arbeiten 🙂

 

Worauf man beim Kauf achten sollte:

  • Sind äußere Beschädigungen sichtbar?
    Nicht nur Kratzer oder kleine Risse sind gemeint sondern auch unsauber lackierte Bindungen an den Ringstegen mit Luftblasen oder ähnlichem.
  • Sind die Ringe in einer Flucht?
    Gerade bei Steckruten wichtig. Einfach zu prüfen indem man versucht vom größten (Bockring) bis zum Spitzenring durchzusehen. Bei Teleskopruten kann es vorkommen, das Teile der Rute an den Ringen durch fälschlich zu kräftigen drücken hier und da verschoben sind. Unbedingt prüfen!
    Insbesondere bei Feeder-Ruten mit Wechselspitzen oder den Tremarellaruten wichtig: Was passiert bei gebrochener Spitze? Gibt es diese nachzukaufen? Wie schnell wäre Ersatz im Garantiefall da?
  • Sind die Ringe von guter Qualität?
    Gut und sicher: SIC Ringe haben schon die meisten. Sind diese irgendwie beschädigt?
  • In welcher Verbindung steht der Händler zum Hersteller?
    Ich durfte mal FÜNF WOCHEN in der Hauptangelzeit auf meine geliebte 199€ DAIWA Interlinerute warten, das das bei Fischermen’s Partner so üblich ist.
    (War dort im Angebot – und das Personal ist echt ok.)
    Hätte ich mich vorher erkundigt hätte ich vielleicht anderen Hersteller genommen.
    Einfach fragen wie lange eine Reparatur bei diesem Modell im Garantiefall dauert.
    Auch in solchen Erstfällen kann ein Laden seine Kunden binden:
    Durch kulantes und hervorgehobenen guten Service!Dank dieser Erfahrung möchte ich nochmal das Angelcenter Schroll in Castrop Rauxel loben: Beim Ausflug beim ersten Wurf RUTENBRUCH! Ich bin hin und er hat mir weil es ein Materialschaden war den Kaufpreis direkt erstattet und ich habe mir direkt noch eine andere dort geholt: SO GEHT DAS!
  • Passt die Rute zur Rolle und dem Einsatzgebiet?
    Eh man sich versieht hat man sonst wieder eine neue Rolle hinzugekauft… Also alte Rolle gegebenenfalls mitnehmen.
  • Ist die Rute „vormontiert“ oder bekomme ich etwas zum Selbstbau?
    Hört sich nun blöd an – ist aber so:
    Bei den meisten Tremarella oder auch manchen Sbirolinoruten ist die dünne Spitze samt der Ringe extra dabei, da diese beim Transport gerne brechen… Wer kann machts selbst: Zeitaufwand maximal 5 Minuten 😉 Ich zeige dann noch wie es geht.
  • Sind alle Zubehörteile dabei?
    Bei Inlineruten z.B. die Einfädelhilfe, oder Wechselspitzen bei Feeder-Ruten usw.
  • Passt die Rute in mein Futteral?
    Die Rutentasche (auch Futteral genannt) ist in verschiedenen Längen erhältlich. Gerade bei Steckruten-besitzern sieht man häufig eine Rute aus dem Futteral wie eine Antenne nach oben zeigen: Erspart euch das 😉
  • Ist der Griff (vor allem bei Kork) wirklich überall in Ordnung? Ist er denn bei Meeresruten auch versiegelt?
    Das Salz der Meere greift gerne mal Oberflächen der Rute an – daher wird gerade dort Kork gemieden und Duplon / Moosgummi genutzt. Falls Kork Verwendung fand – bitte sicherstellen dass dieser versiegelt wurde!
  • Passt die Aktion?
    Wie weiter oben beschrieben mit dem Festhalten der Spitze oder der „peitschen“ der Luft prüfen.
  • Bringt mich meine Frau um wenn ich NOCH EINE Angel kaufe?
    Schwere Frage – meine macht aktuell den Angelkurs daher denke ich ausnahmsweise dahingehend Glück zu haben 😉

 

Ich werde noch einzelne Ruten entsprechend vorstellen – kommt alles 🙂

Das war’s erst mal – falls ich was vergessen habe bitte ein Kommentar. Diverse Dinge wie Reparatur der abgebrochenen Spitze oder ähnlich kommen extra 😉

Gruß Björn

 

 

 

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8 Gedanken zu „Welche Rute zum Angeln auf Forellen?

  1. Björn Artikelautor

    Hallo Liane,

    danke für den Kommentar, leider ging das nicht wirklich viel einfacher mit dem Beschreiben der Ruten, allerdings kommen noch ein paar Grafiken und Fotos hinzu…

    Ja 20 Jahre sind schon eine lange Zeit, gerade was solche Dinge wie Tragkräfte der Schüre angeht fragt man sich ob das so richtig sein kann oder ob sich da jemand verschrieben hat. 😉

    Wo ich „damals“ noch eine o,25er Schnur als „fein“ empfand ist heute ohne Probleme eine 0,18er Schnur mit 5,5kg Tragkraft zu kaufen – und das Monofil und günstig!

    Zum Glück bleibt die hauptsächlichen Dinge beim Angeln gleich: Die Fische und die Atmosphäre in die man sich begibt: Es sei denn natürlich du besuchst einen entsprechenden „Event“ – aber das wäre mir zu stressig…

    Viel Erfolg beim Bodentaster!
    Als ich ihn letzte Woche ausprobieren wollte war da seit dem letzten Besuch soviel „Unkraut“ unter Wasser, dass der nicht ohne weiteres genutzt werden konnte :/

    Gruß Björn

  2. Liane

    erst ma ein großes danke für die tips und auch erklärungen,
    weiter so…….
    nach fast 20 jahren nicht angeln, konnte ich kaum glauben was es so alles
    an für mich neuen techniken und ködern so gibt.
    ich angel jetzt auch nicht nur auf binnenseen, welche wir im berliner umland
    so haben. mein lieblingsforellenobjekt ist zur zeit der kleine see im forellensee
    klein wall. werde dort demnächst mal die für mich neue methode mit bodentaster
    ausprobieren. tremarella war schon ein großer erfolg und hat mir sehr viel spaß gemacht. meinen ersten karpfen, nach 20 jahren konnte ich auch schon landen.
    die angelei mit haar war vollkommen neu für mich. das angeln ist sehr vielseitig geworden, aber es macht spaß und es muß auch nicht immer die hyperzielfisch ausrüstung sein.
    grüße aus berlin liane

  3. rudolf

    tolle seite. gerade für so’n blinden und vergesslichen wiedereinsteiger wie mich. gut zu lesen und noch besser zu verstehen. besten dank für die mühe.
    rudolf

  4. Björn Artikelautor

    Danke Rudolf – dafür ist Sie da 🙂
    Grade Wiedereinsteigern und Neu-Anglern vielleicht hier und da einen kleinen Hinweis zu geben 🙂

    Guten Fang noch!

  5. bernd

    „Grade Wiedereinsteigern und Neu-Anglern vielleicht hier und da einen kleinen Hinweis zu geben“
    Prima – finde ich klasse!
    Ich war mal von 1976 (ja!) bis Mitte der 1980er im Angelverein. Danach fehlte einfach die Zeit, leider.
    Jetzt fange ich gerade wieder an Schuppengeruch aufzunehmen. Und es macht wieder Spaß.
    Deine Schreibe lese ich gern!!!
    Viele Grüße, Bernd

  6. Björn Artikelautor

    Danke Bernd 🙂
    Ich hatte auch (ein paar Jahre allerdings nur) Pause gemacht – was sich an Material geändert hat (Gewicht / Schnurstärken) getan hat ist schon
    heftig, jedoch Fische sind Fische und die alte Pfauenfeder fängt nach wie vor (oder die alte Borste 😉 )

    Viel Spaß beim Wiedereinstieg!

    Gruß Björn

  7. Markus

    Super Artikel. Sehr ausführlich – macht weiter so.

    Würd mich freuen wenn ihr auch mal bei uns vorbeischaut.

    Petri Heil!

  8. Micha

    Super Artikel! Endlich mal nützliche Infos zusammengefasst zu einem nützlichen Ganzen! Danke dafür und macht bitte weiter so, eure Artikel helfen einem sehr, sparen extrem viel Zeit und beugen Enttäuschungen vor! Petri Heil
    Micha

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