Welcher ist der richtige Haken für Forellen?

vorgebundene Haken verschiedener Hersteller

Wenn ich mich recht erinnere hat Andy Weyel, der Forellen- und Waller-Spezialist auf der Angelmesse in Duisburg mal es mal sehr einfach und trotzdem treffend ausgedrückt:

„Der Haken fängt den Fisch!“

So dämlich man sich als Angler vorkommt wenn ein Profi solche Sätze von sich gibt muss ich immer wieder daran denken.

„Klar fängt der Haken den Fisch – was glaubt der mit wem der redet? Ich bin doch nicht dämlich!“

ist dann der Originalton der Gedankengänge…

 

Zwar irgendwo verständlich – aber dennoch: Immer wenn man andere Angler im Geschäft sieht oder man sich mit Kollegen „vorbereitet“ kommt nach Neuanschaffungen wie Rute, Rolle, Posen, Wirbel vielleicht am Ende die Frage:

„Hast Du noch Haken?“
„Ja hab noch welche – brauchen wir nicht!“

Vielleicht mag es an den Medien liegen die am meisten natürlich auf neue „Errungenschaften“ zielen oder die Gewinnspanne die hinter teureren Anschaffungen liegt – ich weiß es nicht! Gerade hier sind ein paar Cent mehr definitiv gut angelegtes Geld und trotzdem werden die richtigen Haken oft vernachlässigt!

Gerade wenn man nicht „aktiv“ den Köder die ganze Zeit führt spielt die Rute eine so kleine Rolle für den Biss des Fisches dass es geradezu paradox ist wie viele Gedanken sich Leute um den „Stock“ machen der für die Portionsforellen im Rutenständer liegt!

Für die Leute die jetzt schon das Kommentarfeld suchen um loszuschreiben:
Ja ich bin mir bewusst, dass eine passende Rute (ich sage absichtlich nicht teurere) beim Auswurf, dem Anschlag, dem Drill und vielen anderen Dingen von Vorteil ist – aber was nun den reinen Biss betrifft kann mir niemand erzählen, dass Bisse auf Köder einen Unterschied bringen wenn ich eine höherwertige Rute nutze!

Ich selbst nutze ab und zu gerne den oft hier zitierten 5,99€ Winkelpicker – gerade weil sie  in vielen Angelbereichen einfach Vorteile hat und ich weiß, dass die Rute nun mal nicht den Unterschied im biss macht!

Denn: Der Haken fängt den Fisch!

Da war er wieder – der unscheinbare Satz! Leider ist es auch so, dass viele Angelgeschäfte in denen man fragt mit der Frage nichts anfangen können wenn man mal nach „besseren“ Haken fragt. Es wird dann meist auf große und schwergewichtige Markennamen verwiesen und in eine Richtung gezeigt..

„Da hinten sind die Haken der Firma „XY“ – die sind gut! guck einfach wo das Bild von ’ner Forelle auf der Packung ist“

Die Haken großer Firmen sind in vielen Bereichen exzellent! Das steht außer Frage – und ich habe sie auch Jahrelang gefischt – dann bin ich irgendwann zu schön dünn-drahtige

vorgebundene Haken (fertig mit Vorfach)

Ich habe auch noch ein paar Päckchen vorgebundene Haken

Haken gewechselt. Ich habe immer noch ein paar vor-gebundene Hakenpakete in der Angelkiste (die waren teuer – und ich schmeiße ja nichts weg) und es gibt auch unter meinen engsten Kollegen wirklich Angler, die nicht selbst binden wollen oder können – warum auch immer das ist noch jedermanns eigene Entscheidung und das ist auch gut so.

Mittlerweile bin ich zum selbst binden übergegangen wie erwähnt und habe um ein paar Vorteile zu haben – darauf gehe ich aber noch ein wenn ich kurz in einem anderen Artikel zeige wie man Haken bindet.

Tubertini Serie22 Haken in Größe 4 und 6

Tubertini Serie22 Haken in Größe 4 und 6

Womit ich aktuell auf Forellen angle? Nun seit kurzem bin ich auf meiner persönlichen Meinung nach die besten Haken die man für Geld kaufen kann gewechselt.
Die Tubertini Serie 22 Einzelhaken in den Größen 4 und 6 und bin wirklich schwer begeistert von den Teilen!
Die Spitze ist wirklich extrem abgeschrägt, sie sind sehr dünn-drahtig damit keine Bienenmade mehr unnötig ausläuft und dazu noch verdammt scharf / spitz und trotzdem stabil!
Also mir ist noch keiner aufgebogen oder gebrochen oder ähnlich… und die Forellen „kleben“ regelrecht am Haken wenn sie nur versuchen den Köder zu nehmen. die Anzahl der „Fehlbisse“ oder besser gesagt die Anzahl der Forellen die z.B. beim Schleppen den Köder wieder loslassen ist selbst für mich merklich weniger geworden und ich bin zufrieden.
Leider kann man die Haken selten in Angelgeschäften finden – ich konnte meine trotzdem „vor-Ort“ kaufen, da zum Glück alle Größen dieses Typs beim Angelcenter Schroll in Castrop-Rauxel zum Sortiment gehören!
(Nein ich bekomme nichts dafür dass ich das jetzt schreibe – jedoch habe ich wirklich lange gesucht um einen Händler mit den Haken ohne Internetversand zu finden – daher erwähne ich das auch mal gerne! DANKE freundlicher und gut sortierter Fachhändler!!)

Hier ein paar Hinweise für die richtige Hakenwahl:

  • Auch wenn Du nicht selbst bindest – achte bitte auf vernünftige Haken!
  • Gerade für das beliebte und effektive Schleppen mit Bienenmaden sollten die Haken langschenklig (lange gerade Seite) und dünn-drahtig sein damit diese einfacher auf den Haken zu schieben sind und nicht auslaufen!
  • Abgeschrägte Hakenspitzen (siehe oberes Bild) sind gerade beim rotierenden Köder von Vorteil!
  • Die Hakengröße sollte zum genutzten Köder passen!
  • Kauf lieber vorgebundene Haken mit längerem Vorfach und kürze sie nach deinen Vorstellungen ein!
  • Teste die Tragkraft bei vor-gebundenen Haken ohne Tragkraftangabe mindestens ein mal um auch einschätzen zu können wie weit du auch bei großen Fischen im Drill gehen kannst!
  • Meiner Meinung nach sollte die Tragkraft der Vorfachschnur angegeben sein! Und selbst das ist bei vielen teuren Haken namhafter Herstellern nicht der Fall – ein Grund mehr selbst zu binden 😉

Sorry, dass der Artikel hier so ausgeufert ist – es gibt halt viel über das wichtigste Teil jeder Montage zu schreiben…

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig bei deiner Suche zum richtigen Haken helfen,

Björn

 

 

 

 

 

 

 

 

Das möchte ich nicht für mich behalten:Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

6 Gedanken zu „Welcher ist der richtige Haken für Forellen?

  1. Stefan

    Jo Björn…hab die 22 tubertini glaube ich auf ner dvd gesehen…extrem scharf u flexibel…die kannst du biegen wie knete!waren mal im bergischen im quellen…., am lachsteich..ich sah 2x so ein u-boot am ufer langschwimmen…nit lachen…ich dachte was will der mit den karpfen hier drin…die dritte schwamm höher..ein gepunkteter karpfen? Es war ne regenbogenforelle.. 7kilo konnte ich verhaften u ne 10 kilo is mir wg nem idioten ausgeschlitz…ich hab erst nachher gemerkt das der haken en 6 tubertini war..!der haken hatte sich nicht im geringsten verbogen oder schlapp gemacht…meine balzer dropshot 10-30gr…war so durchgebogen das die spitze nicht mehr weit v griff war…hat den tubertini nicht gejuckt..die sind wirkl unglaublich…

  2. Forellenfan

    Wenn bei den Tragkraftangaben dann noch die echte Tragkraft angegeben wären, wäre es ein Traum… Da ich sowieso nur noch mit Fluorocarbon als Vorfachmaterial Angel wird es schwierig mit den Fertiggebundenen. Tubertini habe ich leider keine Erfahrungen gemacht aber klingen auf jeden Fall gut. Ich verwende lieber etwas dickdrähtige Haken aber fische auch wenig mit den Bienenmaden. Aber nach dem Artikel hier werde ich es auch einmal mit den dünneren versuchen. Nur vor den großen Forellen hätte ich da etwas Respekt, dann muss die Rute vermutlich ordentlich weich sein?

    Petri vom Forellenfan

  3. Björn Artikelautor

    Versuch ein Mal die Tubertinis und du wirst nichts anderes mehr nehmen wollen…
    Ich bin immernoch davon überzeugt, dass man wenn man eine einigermaßen gute Rute hat jede Forelle auf die Schuppen gelegt werden kann.
    Sehr weiche Ruten sind für mich wegen der weichen Art des Auswerfens wichtig damit Bienenmaden und Teug nicht immer
    das Weite suchen.
    Wenn die Rute etwas steiffer ist muss man mit besserem Bremsverhalten nacharbeiten…
    Petri

  4. forellensucher

    Könntest du bitte mal wieder einen Forellenteichbesuch hochladen?
    PS:Deine Seite ist super:)

  5. troutfinder

    Warum stehen bei meinen Kommentaren immer: Ihr Kommentar wartet auf freischaltung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.