Forellenteig

Forellenteig-Gläser verschiedener Farben und Geschmacksrichtungen

Er ist am Forellensee gar nicht wegzudenken: Der Forellenteig.
Manche nennen ihn auch Forellenpaste, aber im Grunde meinen alles das Gleiche.

Was man damit anfangen kann, wie man ihn „anködert“ und ob sich der
Teig „lohnt“ – das kannst du nun nach dem Weiterlesen erfahren…
Man sieht die kleinen Gläschen bei fast jedem Angler der am Forellensee sitzt. Manchmal nur ein oder zwei und oft auch eine wirkliche Vielzahl von zehn oder zwanzig Gläsern
(so wie mittlerweile über die Jahre bei mir).
Nun warum ist der Teig so erfolgreich?
Ganz einfach: Er fängt! Und wer oder was fängt hat recht!

Eine kleiner Geschichtsausflug:
Es gab natürlich auch eine Zeit vor diesen „Wunderködern“ – falls sich noch jemand wie ich erinnert: statt der Gläser die man jetzt auf den Bänken neben den Anglern sieht lag dort damals zum Beispiel Toastbrot. Das wurde mit ein wenig Feuchtigkeit einfach so lange zwischen den Fingern immer wieder zusammengedrückt bis man einen Teig hatte den man von der Konsistenz her um den Haken kneten konnte und ihm eine Form geben die rotiert. Manche haben noch Geschmack in Form von Forelli eingebracht aber wie gesagt – dann kam der Teig.
Forellenteig hat normalerweise die Eigenschaft zu schwimmen!
Dadurch hat man zwar Vorteile, zum Beispiel dass man eine Kugel um den Haken formen kann die dann bei einer Grundmontage schon auftreibt – dazu mehr im Bereich Montagen.
Man sollte also bei der Auswahl der Montage darauf achten, dass man ggf. ein kleines Blei vor dem Haken vorschaltet oder das Blei so tief liegt dass der Schwimmmteig nicht nur auf der Oberfläche schwimmt.

Zu den Formen usw. später mehr…

Knofi-Teig von Berkley

Ein klasse Teig für die Wintersaison mit Knoblauch-Duft

Wozu das Ganze?
Wer schon Hintergrundwissen im Bereich der Fische und dem was sie mögen hat, der weiss, dass Forellen auf rotierende Köder reagieren. Da rotierende Köder Druckwellen erzeugen, die die Fische mit ihren Seitenlinien wahrnehmen und deren Aufmerksamkeit bekommen. Forellen sind Raubfische und daher fängt meist ein aktiv geführter (geschleppter) Köder besser als stationär auf einer Stelle angebotener.
Natürlich kann man jetzt sagen: Warum nimmt man nicht einfach einen Spinner?
Ganz einfach: Spinner sind reine Kunstköder und an den meisten Forellenseen sind Kunstköder schlichtweg verboten! Dazu aber mehr im Bereich der Kunstköder die ich noch vorstellen werde.
Ein weiterer Vorteil ist: Der Teig ist ein Köder den die Forellen „nehmen“ da dieser von Konsistenz und Geschmack als Nahrung akzeptiert wird! Einen erkannten Kunstköder als Gummi, Blech, Holz oder Plastik versucht die Forelle sofort wieder „auszuspucken“ wenn dieser einmal erkannt wurde.

Es gibt nun gefühlt hunderte Farb- um Geschmacksvarianten welche wollte ich denn nun nehmen?
Eine Frage mit der ich auch oft überfordert war und gerade wenn man mal durch den Laden schlendert und dann vielleicht ein Angebot sieht – und dazu von einer Farbe die man noch nicht hat – greift man oft einfach zu. Zur Erklärung: Solche Döschen können auch mal 5€ kosten! Wenn man dann mal nur zum Maden kaufen einen Sonderposten für 1,99€ sieht greift man schon mal aus Prinzip zu 😉
Zumal das „Zeug“ ja einen riesigen Vorteil hat: Es ist wirklich lange haltbar wenn man sich ein paar Regeln hält.
Was ich wenn du mich fragen würdest empfehlen würde:

  • Zur Grundausstattung gehört für mich immer WEISS! Ich fange oft mit weiß an, kombiniere die Farbe ggf. noch mit einem kleinen Schwarzen Punkt oder drücke eine schwarze und weiße Seite so zusammen, dass die Innenseite komplett schwarz ist und die Außenseite weiß (oder umgekehrt). Das hat einen wirklich starken Farbwechseleffekt und macht auch schon einen entsprechenden Unterschied!
    Hinweis:Halte die Augen nach 2-farbigen Gläsern auf! Es gibt Forellenteig-gläser die zur Hälfte weiss und schwarz sind! (das spart Geld)…

    Schwarz/Weisses Teigglas

  • KNOBLAUCH! Auch ein must have für mich – gerade in den trägen Winterzeiten ist dieser Teig nach meiner Erfahrung wirklich fängiger als andere. Knapp über Grund (auftreibende Bodentaster-Montage) ist das oft die einzige Möglichkeit unsere Forellen an den Haken zu bekommen.

Und das war`s schon was man meiner Meinung nach erst-mal braucht. Natürlich ist eine größere Auswahl irgendwo besser – gerade wenn man sieht, dass vielleicht Nachbarn auf Lila fangen oder ähnlich aber man kann es wirklich auch übertreiben!

Welche Farbe benutzen bei welchem Wetter?
Es gibt die angebliche Regel: Sehr hell (Sonnenschein, Sommer) nehme einen dunkleren Köder, dunkleres Wetter hellerer Köder!
Man kann das (siehe oben) einfach mit der schwarz/weißen Mischung ausgleichen, da die Außenseite mehr Fläche hat und man da dann den dunklen Teig nach außen knetet.

Wie kann ich es schaffen, dass der Teig besser am Haken haftet?
Manchmal (und gerade wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit dem Teigformen hat) ist es wirklich ärgerlich! Nach ein paar Würfen rotiert der Teig nicht mehr wie er soll oder man beobachtet, dass die mühsam geknetete Teigform im Flug vom Haken ausreißt und mehrere Meter vom Haken auf der Wasseroberfläche landet.
Abhilfe kann da eine kleine Spirale schaffen!
Es gibt spezielle Teighaken auf denen eine Feder aufgezogen ist und diese dadurch dem Teig viel mehr Fläche bietet um am glatten Haken zu haften. Ich glaube es gibt sie mittlerweile auch fertig mit Vorfach zu kaufen – aber diesen hier binde ich mir selbst:

Teighaken Nahansicht

Ich mache später noch ein Video um zu zeigen wie man einen entsprechenden Teig rotierend an den Haken bringt!

 

 

 

Für Angler die Probleme mit dem Formen von Teig haben sollten – es gibt extra dafür Teigformer, eine Art Pressform in der man die Teigkugel und ein schon eingekneteten Haken einlegt und feste zudrückt.

Tip:
Wenn man den Innenbereich der Form ein wenig mit einen bisschen Öl einreibt lässt sich der zusammengepresste Teig besser von der Form lösen. Bienenmadenöl
Wer es auf die Spitze treiben will kann natürlich noch zu Bienenmadenöl greifen.
Dieses wird in kleinen Phiolen mit einem halben Wattestäbchen geliefert welches beim Auftragen gut hilft.

Anbei eine kleine Bilderreihe wie aus einer Teigkugel eine entsprechend rotierende Form wird. Hier in dem Beispiel ohne Haken 😉

 

Ein Video folgt noch.

Björn

Das möchte ich nicht für mich behalten:Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

8 Gedanken zu „Forellenteig

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  6. Björn Artikelautor

    Hallo Ulf,

    danke für deinen Kommentar (dank der Spam-Verteiler musste ich leider Freischaltung umstellen).
    Weißer Teig ist definitiv immer bei mir im Kasten – allerdings hat sich der Teig Knoblauch in Regenbogenfarben auch schon bewährt! Gerade wenn’s kälter wird!

    Gruß
    Björn

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