(Grundmontage) Bodentaster-Montage

Der Bodentaster (oder auch Bodengleiter genannt) ist eine für den Forellensee abgewandelte Grundmontage. Gerade bei kalten Temperaturen (wie im Winter) stehen die Forellen knapp über dem Grund und da ist diese Montage eine meiner Liebsten!

Bodentaster oder Bodengleiter

Warum einen Bodentaster statt ein klassisches Grundblei?

Der Bodentaster birgt so einfach wie er ist viele Vorteile!
Als Haupteigenschaft muss man erklären, dass der Bodentaster wirklich immer aufrecht unter Wasser auf dem Grund steht!

Bodentaster im Vergleich zum klassichen Grundblei

Bodentaster im Vergleich zum klassischen Grundblei

Das abgebildete Modell (siehe oben) besteht im Sinn von oben nach unten nur aus 3 Dingen:

  • Die Öse zum durchführen der Schnur
  • Dem Auftriebskörper (das komplette längliche Stück)
  • Dem Gewicht (diese Kugel am unteren Ende)

Der Auftrieb ist so stark, dass das Gewicht selbst nur circa 1/4 unter Wasser wirkt, also ein Bodentaster von 10 Gramm wiegt und sinkt unter Wasser nur 2,5 Gramm! So sinkt der Bodentaster relativ langsam ab (dazu kommen wir später noch beim Kapitel Schleppen über Grund) und der Bodentaster steht auch auf schlammigen Untergrund / sinkt kaum bis gar nicht ein.Selbst wenn ist nur die untere Gewichtskugel auf oder im Schlamm ist kann die Schnur immer noch frei durch die Schnurlauföse ziehen!

Wichtig: Wenn Du jetzt überlegst den Bodentaster direkt mit irgendwelchen Hilfsmitteln zu kombinieren (z.B. Anti-Tangle Röhrchen, Wirbel zum Einhängen usw.) vergiss diesen Gedanken schnell wieder! Mit solchen Modifikationen verliert der Bodentaster sofort seine Fähigkeit immer aufrecht zu stehen und ist damit sinnlos!

Die Montage

Einen Bodentaster zu montieren ist einfach wie eine normale Grundmontage. Man nimmt die Hauptschnur und führt diese zuerst durch die Schnurlauföse.
Falls man wie im Beispiel auf Wirbel und Vorfach verzichten möchte, demnach den Haken direkt an die Hauptschnur bindet kommt nun eine Stopperperle und der entsprechende Abstand zum Haken.
Ich verwende beim stationären (also nicht aktiv geführten Bodentaster-angeln auch gerne ein kleines Schrotblei mit dem ich die Höhe des auftreibenden Köders einstellen kann. Das Blei sollte wirklich minimal sein damit der auftreibende Köder dort herunter gezogen wird, jedoch das Blei nicht im Schlamm versinken kann!
Das kleine Bleistück lässt übrigens die Forelle besser ohne Verdacht ein wenig ziehen was bei den zaghaften bissen bei Kälte erfahrungsgemäß ein Vorteil ist.

Bodentaster-Montagen mit und ohne Schrotblei

Bodentaster-Montagen für stationäres Angeln

Falls man die Montage aktiv angeln möchte, womöglich mit rotierendem Köder sollte man nicht auf den typischen 3-fachwirbel verzichten!! (siehe unteres Bild)

Bodentaster Schleppmontage

Die Montage sieht wie bei fast jeder Grundmontage mit einem Laufblei vor, dass der Fisch den Köder nimmt, das Gewicht (in unserem Fall der Bodentaster) keinen Widerstand bietet und man den Biss an der Schnur oder an der Rutenspitze bemerkt. Auch hier ist eine feine Rutenspitze von Vorteil! Ich nutze gerne Winkelpicker oder Feederruten mit der sensibelsten Spitze die verfügbar ist. Bei aktiver Führung kann an die gewohnte Schlepprute auch nutzen.

Mögliche Köder

Selbstverständlich kann man jeden gewünschten Köder nutzen, bei aktiv geführten Montagen die ich am liebsten im Winter nutze kann man auch Bienenmaden in L-Form rotierend anködern. Da ja sehr regelmäßig eingeholt wird verbleibt der Köder wenn überhaupt nur kurz am Grund. Falls die Regeln des Sees es zulassen könnte man auch eine der zwei so montierten Bienenmaden durch eine auftreibende künstliche Bienenmade austauschen.

Stationär nutze ich gerne eine kleine Kugel aus Forellenteig als Auftriebskörper zusammen mit einer Made. Künstliche Lachseier von Berkley z.B. können auch so genutzt werden – manche nutzen auch ihre normalen sinkenden Köder und montieren kurz vor oder auf den Hakenschenkel eine Pilotkugel zum auftreiben.

Versucht es einfach!

Ich hoffe ich habe die Bodentaster-Montage verständlich nahe bringen können.

Nachtrag:
Nachdem in den Kommentaren ja Ralph gewünscht hat, dass ich Bilder der Montage mache um Missverständnisse zu vermeiden. Ich war heute ja mal kurz an einem See und hatte dann mal die Gelegenheit:
BodentasterDa man die dünne Schnur kaum erkennt hier nochmal der mittlere Teil etwas vergrößert:
Links geht’s vom Tönnchenwirbel zum Haken und nach rechts durch die Öse vom Bodentaster zur Rute (das ist der Teil der Hauptschnur).
Die gelbe Perle ist eine Stopperperle (deswegen 2x durchgezogen) und die dunkle Kugel ein Gummistopper der frei auf der Schnur läuft.

stopper_nachansicht

Viel Erfolg!

Björn

 

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21 Gedanken zu „(Grundmontage) Bodentaster-Montage

  1. Björn Artikelautor

    Einfach fängt 😉
    Mach Dir das Leben und die Montagen nicht zu komplex 🙂
    Schön, dass es geholfen hat.
    Björn

  2. Andre69

    Toll, sehr informative Beiträge, ohne komplizierten/modernen Schnickschnack, ideal für Wiedereinsteiger nach 20 Jahren Pause. Danke für all die Mühe, die Du Dir hier machst und weiterhin viel Freude mit dem Hobby Fischen!

    Tight lines…André

  3. Hoschi

    Moin,

    erstmal vielen Dank, für die gute Erklärung der Monatge, welche ich heute auch am See ausprobiert habe.

    FOlgendes Problem kam bei mir zum tragen:

    Mein ursprünglicher Haken war wohl zu schwer für die Paste (Wurmhaken für Forelle), also musste ich umswitschen auf ne andere Lösung. Ich hatte leider nur Friedfischhaken dabei mit 12mm monofiler schnur, dies wiederum führte leider zu einem abriss. achso ich habe keine einzelhaken, da ich diese nicht binden kann, also habe ich die hauptschnur mit dem vorfach verbunden.

    jetzt endlich zu meiner frage, welchen haken sollte ich verwenden und mit welcher schnur sollte dieser gebunden sein?

    Vielen Dank und ein schönes we. 🙂

    Hoschi

  4. Björn Artikelautor

    Hi Hoschi,

    also ich nutze die Tubertini Haken und bin sehr zufrieden damit. Nicht weil die dieser „Trendmarke“, sondern der Eigenschaften wegen meinen Anforderungen mehr als entsprechen.
    Selbst mit „Markenhaken“ konnte ich mit der Polbrille mal sehen wie eine Forelle den Köder ausspucken konnte. Dank der extremen Schräge und wirklich scharfen Spitzen bei dem noch nie vorgekommen…
    Für den Fall, dass Du trotzdem mal in die von Dir geschilderten Situation kommst:

    Ich habe in meiner Kiste immer ein paar kleine Styroporkügelchen dabei… Die kann man je nachdem wie „hoch“ Du in dem Fall angelst auch durch 2faches Durchziehen noch zwischen Wirbel bzw Vorfach und Bodentaster positioneren. ggf.
    auch einfach vor der Haken am Vorfach um mehr Auftrieb zu bekommen.

    Die klassische Rohrisolierung kann da auch genutzt werden (in kleinen Stücken) – hiermit kannst Du sogar so viel Auftrieb auf der Schnur erzeugen um Schichtweise am Hotspot oben oben nach unten zu angeln um die richtige Gewässertiefe zu finden.

    Einfach den Köder nach dem Auswurf so viel Schnur geben, dass Du ihn schon an der Oberfläche sehen kannst und dann im 5 Minuten Rhytmus 1-2 Kurbelbewegungen langsam nach unten ziehen.
    Wenn DU einen Biss hattest merken und bei nächster Positionierung auch wieder auf der Höhe auslegen 🙂

    So würde ich es jedenfalls machen… (Was wie immer nicht heisst dass es richtig sein muss 😉 )
    Gerade in wirklich natürlichen und tiefen Seen ist das aber durchaus hilfreich!

    Hoffe ich konnte helfen – Gruß Björn

  5. Antje Niklewicz

    Grüß Dich Björn, ich will das dieses Jahr entlich mal ausprobieren mit dem Forellen-Fischen. Deine Anleitung zu Montagen ist mir dabei sehr hilfreich und wird hoffentlich zum Erfolg führen.
    Angeln ist ja schon für manchen Mann eine Wissenschaft, aber ich als Frau werde bei Fragen zur Montage oft ungläubig angesehen und werde dann unsicher weil ich denke: “ Oh mein Gott, die können nicht fassen wie blöd ich bin. Schei….“
    Naja wie auch immer, es gibt ja nette Männer, die ihr Wissen gern weiter geben und so hat Frau auch was davon ohne rot zu werden. Dankeschön!!!!

    Herzliche Grüße von Antje aus dem Havelland

  6. Björn Artikelautor

    Hallo Marek,
    es gibt keine feste Formel dazu – ich würde mich halt entscheiden ob ich den Taster auf dem Vorfach laufen lassen möchte was bei einem Abriss nicht so gut ist oder es relativ kurz halten.
    Wenn du das Vorfach an knotest oder ein sehr kleines und leichtes Tönnchenwirbel nutzt wäre das schon ok.
    das Vorfach muss so kurz sein wie du maximal am Grund angeln möchtest wenn Du auftreibende Köder verwendest + die Höhe, die der Bodentaster hinzufügt wenn er steht.
    Ich hatte schon 5cm Vorfächer und auch 15cm – hängt halt auch von der Tiefe des Gewässers ab.

    Gruss Björn

  7. Björn Artikelautor

    Hallo Antje,

    lass Dich nicht von anderen bekloppt machen – leider sind es oft meine „Geschlechtsgenossen“, die aus Montagen oft eine Wissenschaft machen.
    man „MUSS“ von XY kaufen sonst geht das nicht… „BLABLABLA“
    Erfolg gibt recht (Wenn man Fangerfolg als Maßstab nimmt).
    Wenn man das Gewässer kennt kann man mit einem Stück Kork an einem Ast mehr Erfolg haben als ein selbsternannter Profi mit Equipment von hunderten von Euro.
    Starte einfach mit einer vernünftigen Posenmontage – denn auch einfach fängt gut.
    Bodentaster ist auch nur ein Grundblei dass sich anders verhält.
    Wenn ich mal weg bin und wieder komme und höre zu was manche Fischflüsterer meiner Freundin raten schüttle ich oft auch den Kopf 😉
    Also bist Du nicht alleine =)
    Behalte einfach die Ruhe und denk dran dass es immer nur „zu schnell“ als Fehler gibt. Zu langsam schleppen oder Drillen habe ich noch nie als Fehler erlebt.
    Wenn Du dann ein paar Forellen auf die Schuppen gelegt hast bist Du denke ich etwas selbstbewusster was das angeht. 🙂

    Viel Erfolg!
    björn

  8. Tamara

    Hallo und zu Anfang gleich ein großes Dankeschön. Ich bin “blutige“ Anfängerin mit baldigen Angelschein und unsere kleine Kurstruppe möchte den Vorbereitungskurs am Wochenende ins praktische umsetzen…..am Forellenteich! Deine Tipps und Tricks finde ich sehr detailgetreu, was mir persönlich ungemein hilft. Nochmal danke und ich schaue öfters mal rein. Liebe grüße

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