Pfauenfeder-Montage

Pfauenfeder-Montage_titel

Die Pfauenfeder- oder auch Federkiel-Montage genannte Montage ist wohl mit der Klassiker schlechthin beim Fischen am Forellensee. Ich muss zugeben, dass ich seit einigen Monaten auch der Schlepp-Posenmontage als „Aktive“ Montage den Rücken gekehrt habe und wieder zurück zur alten Pfauenfeder bin.
Als passive Rute kommt immer noch gerne bei mir die Posen-Montage zum Einsatz, jedoch wenn ich den Köder auf keine wirklich extremen Weiten bringen muss bleibe ich bei der Pfauenfeder.

Genug geplaudert: Was ist die Pfauenfeder-Montage eigentlich? Wie baue ich sie auf und warum ist sie vom Forellensee nicht wegzudenken?

Künstliche oder kommerzielle Pfauenfeder

kommerzielle Versionen

Jeder kennt die Pfauenfedern vom Schießen auf der Kirmes – in vernünftigen Angelläden kann man die natürlich auch für kleines Geld ~1€ bekommen und seine eigenen „Pfauenfeder-Posen“ bauen. Wie zeige ich auch noch…
Was uns an der Pfauenfeder interessiert ist nicht das schöne Auge oder sonst was, sondern der reine „Kiel“ an dem die ich nenne Sie mal einzelnen Haare / Federn gewachsen sind.
Natürlich hat die Industrie läääännnnngst reagiert und künstliche Versionen im Programm (siehe Bild rechts).
Generell lässt sich diese Montage auch mit diesen „Schwimmkörpern“ umsetzen – ich persönlich bevorzuge allerdings die natürlichen.

Wie Posen wird die Pfauenfeder mit Gummis (mindestens 3 Stück – besser 4) auf der Hauptschnur fixiert. Der natürliche Federkiel hat kleine Riefen, also Vertiefungen in der unsere doch recht dünnen Schnüre recht frei laufen würden wenn nicht genug Anpressdruck durch gute und in dem Fall 3-4 Gummis gewährleistet wäre.
Bei uns bekommt man dazu einfach einen Silikonschlauch, den man sich dann entsprechend zu Gummis zurecht-schneiden kann.

Also wo waren wir: Die Pfauenfeder ist nun auf der Hauptschnur so fixiert, dass wir sie zwar durch sanftes Schieben wie eine Pose in der Höhe versetzen können, jedoch so fest dass  sie sich durch den Schwung des Auswurfs selbst verschiebt.
Dahinter kommt nun ein kleines Laufblei. Ich betone KLEIN (was hier gleichbedeutend mit leicht ist). Ich nutze normalerweise ein 1,5g oder 2gm Laufblei – das ist mehr als ausreichend und da die Pfauenfeder-Montage eine sehr leichte und feine Montage ist sollte man hier auch leicht bleiben.
Wenn man in „seinem“ Angelladen ist kann man mal den Besitzer nach „den guten“ Laufbleien fragen. Das Beste was ich in dem feinen Bereich kenne kommt von unseren Freunden den Stipp-Anglern und da ich mich in allen Angelbereichen bediene mache ich prinzipiell auch hier nicht halt.
Vorteil gegenüber den „normalen“ Laufbleien ist recht einfach: Wenn auf einem dieser Bleie 1,5g stehen sollte:

DANN IST DAS AUCH SO!

Es gibt nichts was mehr frustriert als wenn man eine Pose mit entsprechenden Blei ausstattet und die je nachdem welches Stück man erwischt die Pose komplett untergeht oder komplett auf dem Wasser liegt. Diese guten Bleie kosten zwar ein paar Cent mehr aber das ist es mir dann doch wert.
Es gibt auch Schrotblei / Spaltbleie mit entsprechender Gewichtsangabe: Ein Segen!
Guckt Dich einfach mal im Laden um – manchmal sind die Laufbleie auch noch zusätzlich
ummantelt – das stört nicht…

Sorry, schon wieder etwas abgedriftet 🙁
Wir haben jetzt den Federkiel auf der Hauptschnur, das Laufblei darunter also kommt jetzt?
Richtig: Der obligatorische Stopper.
Bitte hier mal keine Gummiperle nutzen sondern direkt einen kleinen Stopper. Das Laufblei ist auch recht klein und die Öffnung hat nur Stecknadelgröße – da reicht ein guter Kautschukstopper.
Dieser Stopper hat noch eine Zusatzfunktion außer den Knoten wie immer zu schützen:
Mit dem Verändern der Höhe verändern wir gleichzeitig die mögliche Tiefe des Laufbleis und verlängern so auch nebenbei das Vorfach – oder besser gesagt die Länge von Blei zum Haken was ab und zu wichtig sein kann. Die Fische beißen z.B. sehr vorsichtig oder das Vorfach wurde einfach zu kurz gewählt, man möchte dass der Köder (der nicht immer Schwimmteig sein muss) langsam ohne Zug des Bleis richtig Grund absinkt…
Sorge also einfach dafür dass der Stopper das tut was er soll. Leider gibt es auch bei Stoppern 2 Kategorien: Die, die halten was sie sollen und die, die einem den Tag versauen können… Also bitte nicht die 10 Cent sparen und vernünftiges Zeug holen (lasst euch aber bitte auch nicht über den Tisch ziehen) – vor allem bei einem Schnurdurchmesser von zum Beispiel 0,16mm sollte man keine Stopper vom Aal-Angeln für 0,35mm Schnur verwenden 😉 .

Wenn man nur Wirbel mit Karabiner bekommt kann man eben diesen mit einer Zange einfach abknipsen

Wenn man nur Wirbel mit Karabiner bekommt kann man eben diesen mit einer Zange einfach abknipsen

Darunter dann noch mindestens einen guten 3-fach Wirbel (möglichst ohne Karabiner um den Widerstand beim Rotieren und vertüddeln der Schnur zu vermeiden – es geht aber auch mit Karabiner keine Angst).
Falls es im Laden nur 3-fach Wirbel mit Karabiner gibt oder die MIT Karabiner günstiger sind als ohne (Gott weiß warum) kauf die mit und knips ihn einfach ab – so mach ich es auch 😉 .

So… das war es auch schon. Vorfach am Wirbel befestigen (Knoten oder über Schlaufe und Karabiner überlasse ich Dir) und die Montage steht. Sollte ungefähr so aussehen wie auf folgendem Bild:
klassische Pfauenfeder Montage

Zum Vorfach: Hier ist kein übermäßig langes Vorfach wie beim Sbirolino notwendig, ggf. können wir die Länge von Blei zu Haken ja noch mit dem Stopper beeinflussen 🙂 .
Sprich Du kannst hier die Standardhaken auf den Päckchen nutzen – diese Länge reicht dicke. Für Leute wie mich die Ihre Haken selbst an das Vorfach knoten: über den Daumen kann man ca.60 cm nehmen und loslegen. Ich mach das auch nicht mit dem Lineal…

Montage steht nun hoffentlich.

Tipp:
Optional kann man sich noch den Nagellack seiner Frau schnappen und die Spitze rot lackieren oder Endstellen die „brüchig“ sind mit Nagel-Klarlack dicht machen (ich habe immer eine kleine Flasche in der Kiste für Reparaturfälle – die Billighausmarke der Drogeriekette ist mehr als ausreichend und hilft auch bei Balsaposen, Wobblern usw. ….)
aber das wusstest Du ja vielleicht schon 🙂

Zu den Besonderheiten der Montage dann noch:


Falls ihr euch nun wundern solltet wenn ihr die Pfauenfeder dann „zu Wasser lasst“:
Ja die Pfauenfeder darf mit Schwimmteig am Haken auf dem Wasser liegen!
Das ist sogar der Sinn der Montage (jedenfalls in meinen Augen).

Es kann sein, dass wenn ich nun mal eine Pause mache und Bienenmaden oder etwas anderes mit wirklich dezentem Gewicht an den Haken hänge und die Montage ruhen lasse sich die Pfauenfeder wie eine Pose ins Wasser stellt und das Pfauenfeder_schraegggf. sogar leicht schräg – das ist völlig in Ordnung und BITTE mach Dich nicht verrückt weil die Forellen nun einen weißen Federkiel „sehen“ können und deswegen vielleicht nicht beißen….
Das ist gelinde gesagt quatsch.

Falls Dir jemand was anderes erzählt frag ihn besser gleich was das was er Dir gerade verkaufen möchte kostet weil das sicher kein Angler ist sondern Du gerade in einem Laden stehst 😉 bei der Gelegenheit erwäge auch den Laden zu wechseln – wenn mein „Vertrauter“ hinter der Theke mich dermaßen über selbige ziehen möchte bin ich das letzte mal da gewesen. noch schlimmer ist, dass er das glaubt: Dann lass Dich vielleicht besser nicht dort beraten 🙂 .
(Meine persönliche Meinung)

Angler fangen seit Jahrzehnten sehr erfolgreich mit exakt dieser Methode – das sollte Beweis genug sein…

Zur Praxis:
Du wirst beim Auswerfen mit entsprechender leichter Rute erkennen, dass auch beim „Aufprall“ auf dem Wasser die Montage alles andere als „laut“ ist. Kein Vergleich zu Sbirolinos oder Wasserkugeln – und die Wurfweiten sind wirklich immer noch mehr als Ausreichend wenn Du die passende Rute für so etwas feines hast!
Da sie keinen Lärm macht wie andere Montagen kann man auch sehr gut den Uferbereich abschleppen… versuch es einfach.
Sonst bleibt es beim alten:
Auswerfen, Schleppen, wenn Bissen kommen Schnur geben (Bügel auf), warten die der Köder genommen wurde, ein paar Sekunden ziehen lassen und Anschlagen (oder Rute nach oben heben um Schur zu straffen reicht normalerweise bei entsprechender Länge aus). Die Bisse sind wirklich super bei dieser Montage zu erkennen!
Ein leichtes „vibrieren“ des Federkiels oder ein direktes ziehen nach unten oder zur Seite – aber das wirst Du ja dann hoffentlich selbst sehen. Diese Montage ist deswegen auch und gerade für Anfänger beim Schleppen sehr geeignet – wenn alles richtig läuft und die Umstände (Fanggebiet 70m weit entfernt oder nur mit schwerem Sbiro zu erreichen) nicht dagegen sprechen kommst Du wahrscheinlich gar nicht davon weg 😉

Viel Erfolg!
Ich hoffe ich habe alles so verständlich wie möglich erklärt! Leider habe ich hier und da mal wieder etwas viel geschrieben wie ich im Nachhinein sehe – aber sei es drum…
Vielleicht schreibst Du ja was falls Du noch Fragen hast oder von Erfolgen berichten möchtest 🙂

Gruß, Björn

 

 

 

 

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7 Gedanken zu „Pfauenfeder-Montage

  1. Pingback: Forellenhof Seeger in Rheurdt | Forellensee-Angler.de

  2. Alex

    Moin Björn
    Mein Angeltag an einem Forellenteich in der Nähe von Stuttgart
    Es war ein schöner Morgen,daß Wetter war super,und Vater und ich ab an den Teich.Die Anlage war schön gelegen,und wir entschieden uns für den großen Teich.Am Teich angekommen sahen wir schon etliche Forellen springen,(was sich auch wirklich den ganzen Tag nicht geändert hat) und ich dachte mir by the way :na die sind in Beisslaune,da geht was.Tackle zusammen gebastelt,weißen Teig auf den Haken gefummelt,erster Wurf,einmal Rolle gekurbelt,Biss,verhaftet.Super dachte ich fängt ja gut an.Ich dem Vater auch so n Propeller gedreht,weil ich meinem alten Herrn die Fummelei mit Teigformer ersparen wollte,und er bis dato noch nie mit Teig geangelt hatte (Vater geht auch nur einmal im Jahr angeln).Er wirft aus,kurbelt,zack und Biss,verhaftet.Zwischendurch hatten wir etliche Fehlbisse,die sich im Verlauf des Tages auf über 30 summiert hatten.Wir konnten den ganzen Tag noch 8 Forellen fangen,und die Fehlbisse häuften sich,und die kamen wirklich im 5-10 Minuten Takt.Nun meine eigentliche Frage.Woran lag es,daß wir so viele Fehlbisse hatten ? Mein Tackle war eine Spinrute mit einem Wurfgewicht von 0-45 gramm,wirklich dünne geflochtene Schnur,monifiles Vorfach 0,14mm und Hakengröße 16.Montage war eine Pfauenfedermontage mit 1,5 gr Laufblei,Schnurstopper und 3 Fachwirbel.So,ich glaub nun hab ich die never ending story komplett,und würde mich über eine Antwort von Dir freuen.In diesem Sinne allzeit tight lines…
    Mit freundlichen Grüßen
    Alex

  3. Björn Artikelautor

    Hi Alex, schöner Bericht.
    Es gibt Tage an denen die Forellen launisch sind 😉
    Springende Forellen deuten zB auch auf Sauerstoffmangel im Wasser hin (aktuell gibt es hier ne Algenpest überall) – also
    wenn auch schön anzusehen kein wirklich positives Zeichen. Ich gehe davon aus, dass der See „clean“ ist, da Forellen mWn auch
    springen um Parasiten loszuwerden.
    Das Springen hat natürlich einen großen Vorteil: Man weiss WO man suchen sollte.
    Wenn also nicht gejagt wird kann man nur aus den Beissreflex hoffen – was mit dem Schleppen ja provoziert werden soll.

    Man kann bei klarem Wasser oder mit Polbrille manchmal beobachten wie Forellen den Köder „anstupsen“ – vielleicht auch bei Dir?
    Maßgeblich ist wie du auf den „Fehlbiss“ reagierst?
    Ich persönlich lasse die Montage sofort ruhen und öffne den Bügel. Forellenteig wird im Gegensatz zu Kunstködern als Nahrung akzeptiert
    und man muss warten bis die Forelle den Köder „nimmt“ und abhaut. Das kann mitunter eine Minute dauern bis die Pfauenfeder dann final
    schräg in die Tiefe gezogen wird.

    Grade mit geflochtener hat man ja sehr direkten Kontakt was evtl auch stören kann. Wenn der Widerstand der Schnurspannung / der Rute gespürt wird
    ist oft schon vorbei.

    Des Weiteren ist das Absinkverhalten wichtig. Wie verhält sich Dein Köder wenn Du aufhörst zu schleppen?
    Er sollte langsam nach unten gleiten und dabei noch rotieren. Wenn der Abstand zwischen Blei und Haken zu kurz ist kann es sein, dass in dieser Phase
    der Haken aus dem Maul gezogen wird.

    Schwer zu erklären was evtl. falsch gelaufen ist wenn ich nicht weiss wie Du auf einen Kontakt reagierst 🙂

    Gruß Björn

  4. Alex

    Hi Björn
    Vorweg erstmal danke für die ausführliche Analyse meines Berichtes.
    Zum Sauerstoffmangel kann ich nur sagen,daß dort 4 Einläufe sind,die alle aktiv sind,welches ich einen Tag vor meinem Angelausflug herausgefunden hab.Sichtbarer Parasitenbefall war auch nicht zu erkennen,man konnte sie auch mit der Polbrille aktiv jagen sehen,und das beschriebene „Anstupsen“ von Dir kann ich nur bestätigen.
    Mein Fehler könnte es gewesen sein,wie ich Deinem Bericht entnommen habe,daß ich beim Fehlbiss nur kurz gewartet habe (circa 5 sek) und dann weiter geklurbelt habe,in der Hoffnung den Beissreflex noch auszulösen.
    Die von Dir geäußerte Vermutung mit der geflochtenen kann ich nur bestätigen,da mein“alter Herr“ mit monofiler Schnur geangelt hat,und bedeutend weniger Fehlbisse hatte.
    Zum Absinkverhalten kann ich sagen,daß der Köder langsam nach unten „trudelt“,wenn ich aufhöre zu schleppen.Anzufügen wäre noch,daß ich bei einem Biss auch immer sofort den Bügel öffne.
    Fazit für mich : entweder die geflochtene Schnur,oder welches auch mein Fehler sein könnte,bei einem Biss mal länger zu warten,als nur 5 Sekunden.
    Du hast von Algenpest geschrieben….Ohjeee,und ich wollt Freitag oder Samstag eventuell los,zum Kiefer nach Oberhausen,da ich nicht sehr weit davon entfernt wohne.Vielleicht kann man ja auch mal zusammen ne Runde „Peitschen“ gehen,da ich von einem anderen Anglerforum ja weiß wo du ungefähr herkommst,und unser Alter paßt auch,da ich nur ein paar Jährchen älter bin.

    Abschließend kann ich nur sagen,daß Du hier eine,meiner Meinung nach, klasse geführte Webseite erstellt hast,mit reichlich ausführlichen „Input“,welchem es auch dem „Laien“ eigentlich verständlich machen sollte,wie man auf Forellen angelt.Schade finde ich persöhnlich,daß hier noch nicht mehr Angler auf Deine Webseite aufmerksam geworden sind,und in Diskussionen mit einsteigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alex

  5. Björn Artikelautor

    Hehe, Danke.
    Ich wollte nur meine Sicht der Dinge öffentlich zugänglich machen – ob das nun gut ist oder nicht sollen andere beurteilen 🙂
    Evtl. vielleicht einfach vorher nochmal gucken wie es Algentechnisch aussieht: Mein Infostand bezog sich auf Schermbeck und ist
    schon 3-4 Wochen her.

    Aktuell gehe ich selten da ich kaum Zeit habe und mir das Wetter zu unbeständig ist 🙂

    Wir sehen uns sicher mal am See 🙂
    Viel Erfolg!

  6. Alex

    Danke Dir auch Björn, wünsche Dir mehr Zeit und Ruhe zum angeln und beständigeres Wetter für uns alle.
    tight lines and so long
    Gruß Alex

  7. powertube

    Hallo Björn,

    in der Niederlande wird an Forellenseen scheinbar vornehmlich mit Pose bzw. Federkielmontage gefischt.
    Dort sehe ich diese Montage aber meistens mit Gummistopper ober- UND unterhalb des Ghosts verwendet..
    Als Anfänger kann ich für mich noch nicht wirklich ableiten, wo der Unterschied in der Praxis ist.. Die Lauftiefe steuere ich ja letztendlich über das Verschieben des Federkiels.

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