Wasserkugel-Montage

Wasserkugeln verschiedener Art

Die Wasserkugelmontage ist wohl eine sehr weit verbreitete und schon lang etablierte Montage an Forellenseen. Die vereint ein frei auszuwählendes Wurfgewicht mit dem sensiblen Bissanzeiger in Form einer Pilotkugel. Es gibt viele „Varianten“ dieser Montage – ich stelle lediglich die vor die ich schon seit Jahren einsetze. Weiter unten auch die Variante des schwimmenden Sbirolinos statt einer klassischen Wasserkugel.

Anmerkung: Falls Dir der Begriff „Pilotkugel“ nichts sagt: kein Problem:
Eine Pilotkugel ist eine kleine Schwimmerkugel (ich weiss: Schwimmer nennen eigentlich „nicht-Angler“ unsere Posen, jedoch denke ich hilft hier der Begriff), die man wie einen Gummistopper auf die Schnur ziehen kann und dort frei zu verschieben ist. Durch die sehr auffällige Farbe (meistens gelb, orange oder rot) kann man sie auch auf weite Entfernungen sehen.
Es gibt sie in sehr kleinen Ausführungen bis zu größeren Versionen..

Eigenschaften der Pilotkugel:
Das Gewicht der Pilotkugel ist so gering, dass diese eine sehr sensible Bissanzeige ermöglicht und der Forelle kaum spürbaren Widerstand bietet, jedoch müssen wir ja auch das kleine Teil auswerfen!

Hierbei hilft uns die Wasserkugel!
Wasserkugeln gibt es natürlich auch in X verschiedenen Varianten:
Mit Ösen, als „Laufmontage“ mit einem Innenführungsröhrchen, vorbebleit (auch als TroutEgg von Exori bekannt) usw.
Bei der hier vorgestellten Montage nutze ich die Wasserkugel mit dem durchlaufenden Röhrchen (siehe Bild):

Wasserkugel ovalDiese Wasserkugel hat wie die meisten zwei Gummistopfen die man lösen muss um diese mit der gewünschten Wassermenge zu befüllen.
Hinweis: Bitte bei der Montage darauf achten, dass diese Gummistopfen in Richtung Pilotkugel oder besser gesagt Haken zeigen.

Also diese Wasserkugel dient uns als Wurfgewicht. Nun müssen wir nur noch alles zusammenbringen:

  1. Man fädelt die Wasserkugel auf die Hauptschnur mit den Gummistopfen zum Schnurende.
  2. Nun eine geeignete Stopperperle auf die Schnur ziehen, damit wir später einen entsprechenden Abstand zwischen die Pilotkugel und der schwimmenden Wasserkugel bringen können. hierbei unbedingt beachten, dass die Kraft die die Wasserkugel im teilweise gefüllten Zustand beim Auswerfen in Richtung Pilotkugel bringt nicht zu unterschätzen ist! Mit einem Gummistopper alleine wird das nicht funktionieren – also bitte beachten! Ggf. vielleicht 2 Perlen hintereinander anbringen.
    Hinweis: Auch auf den Durchmesser des Stoppers achten! Die Öffnung des Röhrchens ist nicht wirklich klein und die Stopper sollen ja nicht durch das Röhrchen gehen können.
  3. Die Pilotkugel auf die Schnur ziehen.

Das Ganze sollte jetzt ungefähr so aussehen:

Wasserkugel mit Pilot montiert

Wasserkugel mit Pilot auf der Hauptschnur

Oder in einer Zeichnung so:

Wasserkugel Montage mit Pilotkugel

Anklicken zum Vergrößern

So das war der Teil den ich mir als Basis immer wieder zusammenbaue. Wie es nun weitergeht entscheidet die Situation: entweder wird das Vorfach in der Wunschlänge direkt angeknotet oder mit maximal einem einzelnen Tönnchenwirbel verbunden.
Ich bevorzuge einzelne Tönnchenwirbel ohne Karabiner, da diese leichter sind und ggf. auch besser rotieren! Dazu aber später noch mehr beim Karabiner-Vergleich.

Falls man den Abstand von dem Stopper für die Wasserkugel und den Piloten zu gering gewählt hat kommt man oft in die missliche Lage, dass die Wasserkugel den Blick auf den kleinen Piloten verwehrt, daher experimentiere ruhig herum!

Noch einmal die Vorteile auf einem Blick:

  • Wurfgewicht geradezu frei wählbar
  • Kaum Widerstand da der Auftriebskörper nur die Pilotkugel ist und die Wasserkugel frei auf der Hauptschnur läuft
  • Auch sehr flach fischbar, da kein Tiefgang einer Pose oder ähnlich schon Platz nach der Wasseroberfläche nimmt.
  • Wenn man eine Quelle oder einen Wasserzugang als HotSpot hat taumelt der Köder durch die natürliche Sinkgeschwindigkeit sehr verlockend nach unten und wippt bei jeder Welle und gibt ihm damit wieder ein wenig mehr „Eigenleben“
    Wirft man Maden so einfach ins Wasser ist kaum ein Unterschied für den Fisch zu erkennen.

Achtung:
Es gibt mittlerweile natürlich im Laufe der Jahre mögliche Verbesserungen. Alternativ zu einer Wasserkugel kann man ohne Probleme einen schwimmenden Sbirolino nutzen. Dieser hat natürlich hervorragende Wurfeigenschaften und schwimmt auch.
So sähe dies dann aus:schwimmender Sbirolino mit Pilotkugel
Jedoch muss man dazu sagen, dass günstige schwimmende Sbirolinos dazu neigen mit dem Röhrchen nach Richtung Grund zu zeigen wenn sie nicht aktiv gezogen werden. Dies bringt mehrere Nachteile und vor allem: Der Schnurwiderstand für die Pilotkugel wächst und vielleicht vergraulen wir so einen sehr misstrauischen Fisch.
Ich habe demnach auch mal damit gefischt, jedoch das Loch einer alten Pilotkugel erweitert und einfach auf das Rohr gezogen und mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert:

schwimmender Sbirolino mit angeklebter Pilotkugel

schwimmender Sbirolino mit angeklebter Pilotkugel

Es ist nur „verwirrend“ zwei Pilotkugeln zu sehen – daher empfehle ich die angebrachte auch weiß zu lackieren oder ähnlich.

Ich durfte vor kurzem einen neuen Sbiro von Cormoran sehen der diese Probleme nicht hätte, jedoch gibt es die in keinem Ladenlokal das ich gesehen habe und wenn Versandkosten höher sind als der Warenpreis zögere ich was logisch ist. Davon ab: ich habe ja noch die Wasserkugeln und was ich habe möchte ich generell auch benutzen 😉

Letzter Satz nun wirklich: Wenn man mit dem Schleppen am Forellensee anfängt kann eine Pilotkugel ein wirklich guter visueller Bissanzeiger sein, vor allem wenn man keine entsprechende Rute besitzt. in diesem Fall nutzt aber bitte mindestens einen 3-fach Wirbel, da die Rotation des Köders

  1. eurer Hauptschnur einen Drall verpasst und das ist alles andere als gut
  2. Euer Köder nicht so gut rotiert, weil die Rotation ja immer gegen die Hauptschnur „ankämpft“.

Zum Thema Schleppen komme ich später noch sehr viel ausführlicher – ich denke das reicht erst einmal.

Gruß
Björn

 

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9 Gedanken zu „Wasserkugel-Montage

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  8. Christian Rentz

    Guten Morgen

    Deine Seite mit Bildern, Erklärungen, Ideen und … ach einfach alles ist extrem geil gemacht. Gerade für mich als Anfänger ist diese Seite zum Leitfaden geworden.
    Dafür erstmal danke.

    Jetzt habe ich aber ein richtig nervendes Problem.
    Wenn ich meine Montage mit einer Wasserkugel oder einem Sbirolino gebaut habe sieht das erstmal gut aus. ABER beim Auswerfen vertüddelt sich ständig die gesamte Montage. Die Schnur wickelt sich um die Wasserkugel und knotel die Pilotkugel direkt an diese. Dazwischen ist dann der Haken mit dem Köder in der Schnur verschlungen. Selbst wenn ein Fisch an den Köder wollte, er würde nicht rankommen weil sich eben ein riesiges Kneul bildet.
    Bin ich zu blöd oder gibt es beim Auswerfen einen besonderen Trick?
    Ich habe festgestellt ein Überkopfwurf bringt zu 60% Vertüddelung, ein Seitenwurf zu zu 30%. Leider fehlt es dann aber an Wurfweite. 🙁

    Ich würde mich freuen wenn du mir da weiterhelfen könntest.

    Danke schon mal vorab
    Christian

  9. Micha

    Beim Auswerfen die Montage kurz vor dem Eintreffen auf der Wasseroberfläche abstoppen. Dadurch streckt sich die Montage und fliegt glatt ins Wasser!

    Ansonsten die Komponenten besser aufeinander abstimmen, Schnüre, Wurfgewichte, Haken, Wirbel…

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