Neue Rute startklar machen (Ringe anbringen)

Berkley_Sensor1

Ich hatte ja nun oft genug erwähnt, dass meine Lieblingsrute (Berkley Trouttec Sensor) gestohlen wurde und ich genau das entsprechende Modell günstig bestellen konnte.
Für den ein oder anderen mag der Zustand der Rute wie sie bei einem ankommt zu Fragen führen die ich versuche mal hier vorab zu beantworten.

Also:
In anderen technischen Bereichen würde man den Blogbeitrag wohl unter „unboxing“ laufen lassen – hier halten wir es mal unter „guck mal was ich gekauft hab und was man machen muss um dieses neue Spielzeug auch nutzbar zu machen!“

Wie auf dem Bild zu sehen bekommt man eine wunderschöne Rute nach Hause geliefert Rutenspitzenund da hängt eine kleine Tüte mit Ringen und Spitzenring am Blank (an der Rute) warum?

Nun ja um es mal so zu erklären: Viele Hersteller haben Probleme mit den wirklich feinen Spitzen und dem entsprechenden Transport. Manche lokalen Händler nehmen einem diese Arbeit vorab ab, so dass man nie auf die Idee kommen würde hier müsse man noch Hand anlegen – jedoch ist das wirklich keine Hexerei und kein Defekt – daher hier nur die kleine Erklärung.

Wenn man mal alle Rutensegmente (also alle vorhandenen Ringe) festhält und die Rute
nach vor kippt wird einem das letzte Teilstück der Telerute entgegenkommen.
Auch wenn man dann wirklich ins Grübeln kommt ob so ein feines Teil mit dem Spitzendurchmesser einer Stecknadel auch hält: JA! Aus Erfahrung kann ich jedenfalls bei dieser Rute sagen, dass auch Forellen mit mehreren Kilos ohne Probleme gelandet werden können und gerade WEIL die Rute so fein ist arbeitet sie beim Auswerfen und beim Drill so genial – aber ich schweife schon wieder ab….

Berkley_Spitzen_sortiert

Man sortiert nun die Ringe nach entsprechender Größe (siehe Bild oben) und schiebt sie auch in dieser Reihenfolge über die Spitze. Zuerst der größte Durchmesser und dann immer kleiner werdend…
Zuletzt bleibt nur noch der Spitzenring. Hier sollte man allerdings schon vorsichtig sein.
Welcher Kleber sollte verwendet werden?
Nun bei der ersten Rute habe ich einen Heißklebestift verwendet – wie ich es auch damals vom Vater gelernt habe.
Ich habe immer so ein Teil im Angelkoffer – wer weiß wofür man es braucht. Nun bei der Berkley hat sich das im Winter als totaler Fehler herausgestellt!
Die Temperaturen waren schon gegen 0° und das hat sich wohl auch beim Kleber gezeigt:
Der Spitzenring flog beim Auswerfen auf der Schnur Richtung Montage!Bitte keinen Heissklebestift benutzen!

Also NIE WIEDER! Nicht bei einem so feinen Durchmesser! Mit Feuerzeug und Nähnadeln habe ich den alten Kleber mühselig wieder entfernen können und dann mit Sekundenkleber fixiert – hielt bis jetzt immer! Daher hier nun auch direkt mit gutem Sekundenkleber. Ich habe die Spitze GANZ DEZENT!! mit feinstem Schmirgelpapier angeraut was auch kein muss ist und Sekundenkleber um die Spitze. Wie weit weiß man wenn man vorher einmal prüft wie weit die Spitze ohne Kleber in die Hülse geht.

Dann ganz kurz an-trocknen lassen und final in die Spitzenhülse schieben (oder besser drehen damit überall Kleber vorhanden ist. Dann trocknen lassen und es sollte alles gut sein. 😉

Danke für den Artikel an meine „Lebensabschnittsgefährtin“ für die Frage was das für ein Beutel ist und warum da Ringe drin sind….
Manche Dinge sind „leider“ schon so selbstverständlich dass man nicht auf die Idee kommt das erklären zu müssen – Daher der Beitrag hier…

So:
Die erste oder besser meine „aktive“ Rute ist dann schon mal Einsatzbereit! Es geht voran…
Ich hoffe das Erklärte ist verständlich angekommen und vor allem schreckt es hoffentlich nicht ab diese Rute selbst zu testen…

Gruß Björn

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4 Gedanken zu „Neue Rute startklar machen (Ringe anbringen)

  1. Lennart

    Hi Björn!

    Vielen dank für den Blogeintrag – hab die Rute heute erhalten und wäre ohne deine Anleitung wirklich etwas verwundert gewesen!

    Die Rute macht echt einen klasse Eindruck – bin schon gespannt darauf, wie sie sich am Wasser schlägt! Meine geliebte Penn Sargus 3000 kommt mir mit 350g allerdings etwas schwer für das leichte Stöckchen vor… Hab mir gerade noch eine Sargus 2000 bestellt, die sollte besser passen. Was fischt du für eine Kombi?

    Kann ich eigentlich meine 8g Bodentaster, Zocker und Sbiros weiterverwenden oder wären 6g für die leichte Rute passender?

    Vielen Dank & Gruß,
    Lennart

  2. Björn Artikelautor

    Hallo Lennart,

    schön, dass Dir der Eintrag geholfen hat 🙂
    Die Penn ist von Hause aus (wegen stabiler bauweise) recht schwer wie ich finde. Ich fische die Berkley mit einer 2000er Shimano Exage. Ausnahmsweise dank günstigem Angebot (gebraucht) mit Frontbremse.
    Vor dem Einbruch war es eine 2500er Exage mit Heckbremse.
    Diese habe ich mir als 2. Rolle dann für die 2. Rute trotzdem nochmal geholt.
    Ich habe auch ne großartige 3000er Daiwa, jedoch war die wirklich zu schwer – was man beim Schwerpunkt dann direkt gemerkt hat.

    8g sind ok, jedoch mit dem zusätzlichen Gewicht von ggf. 3fachwirbel und Köder usw. relativ viel.
    Man kann es denke ich vorsichtig nutzen, jedoch übersteigt die Aufladung der Rute dann den optimalen Punkt.
    Ich fische die Berkley grade mit Pfauenfeder und 2g Laufblei und die feuert immer schön raus 🙂

    Ich würde es an deiner Stelle einfach testen. Ich hatte meine ich schon 8g Toubertini Sbiros dran und es ging auch ohne Probleme – bin mir aber nicht mehr ganz so sicher, da ich sehr lange keinen Sbiro mehr genutzt hab.

    Gruß Björn

  3. Lennart

    Hi Björn,

    Super, danke für die Antwort! Da die 2000er Sargus auch ca. 250g wie die 2500er Exage hat, sollte das passen. Mir gefällt die robuste Bauweise, auch wenn das Gewicht höher ist.

    Der Federkiel kommt bei mir mit der neuen Rute auch zum ersten mal zum Einsatz, auch dank deines tollen Berichtes! Ich hatte mir schonmal einen an eine alte Rute montiert, dank heftigem Gegenwind am Angeltag jedoch umgestellt und somit noch keine praktischen Erfahrungen. Ich habe 2g und 3g Federkiele und werde das mit 3-4g bzw. 5g Glasgewichten kombinieren, muss ich noch testen. Hast du auch schon Glas eingesetzt, oder schwörst du auf Blei wegen dem genauen Gewicht?

    Schönen Gruß,
    Lennart

  4. Björn Artikelautor

    Da ich den Federkiel gerne Ufernah fische und „weit draussen“ besser Posen zum Schleppen sehen kann (schlecht Augen) bleibe ich beim Federkiel bei Blei.
    Das sinkt einfach besser (auch wenn ggf. 5g Glas und 3g Blei unter Wasser identisch viel wiegen sollten).
    Durch die sehr schmale Körperform ist da weniger Widerstand beim Schleppen und das Glas „drückt“ mir den Köder zu weit hoch.
    Dank der Rute brauch ich auch nicht mehr 😉

    Mit einer Schlepp-Posenmontage (zB 4g Pose und 5g Glas) kommt man wirklich auf enorme Weiten – aber ich muss sagen, dass ich selten so weit raus gehe, da Forellen oft nur bis zu 10m entfernt unterwegs sind.
    (Witzig wenn man die Trupps mit der Polbrille sehen kann und manche Angler lieber vor dem entgegengesetzten Ufer ihre Köder positionieren…)

    Davon ab notiere ich mir mit einem Edding oder so wie viel Gramm diese oder jene Pfauenfeder braucht um noch schön beim Schleppen auf der Wasseroberfläche zu liegen und ich habe Ruhe 🙂

    Angeln kann so einfach (und günstig) sein…

    Gruß Björn

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